Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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Benetti. 323

Aber Sie müſſen doch ſchön lange wiſſen, ſagte die weib⸗ liche Stimme,daß ich ja nur auf der Welt bin, für Ihre Ruhe

zu ſorgen, Sie zu pflegen wie ein Vater.

Si Signora, das weiß ich!

Auch müſſen Sie mir zugeſtehen, daß es Sie freut, wenn Sie Mittags nach Hauſe kommen und finden Ihr Zimmer auf⸗ geräumt, die Noten hübſch ordentlich hingelegt, das Cello an ſeinem Platz und friſche Blumen in den Töpfen.

Si Signora! wiederholte der alte Italiener, und das Cello begann, wie ganz leiſe und unbewußt, eine freudige, glückliche Melodie.

Graf Alfons, der unwillkührlich dieſem Zwiegeſpräch zuge⸗ lauſcht hatte, trat näher und war diskret genug, ſeine Ankunft durch ein heftiges Räuſpern und Huſten, ſowie durch ſtarkes Auf⸗ treten an der Thürſchwelle kund zu thun.

Augenblicklich verſtummten auch ſowohl Menſchenſtimmen als Cello und der Graf trat in das kleine Haus. Durch eine kleine Küche kam er in ein Vorzimmer und da von dieſem die Thüre in ein anderes Gemach offen ſtand, ſo konnte er nicht umhin, ſich jetzt auf einmal dem erſtaunten Muſtker zu präſen⸗ tiren, der, ſein Inſtrument zwiſchen den Knieen haltend, den Eintretenden aben nicht gerade freundlich anblickte. Eine weib⸗ liche Geſtalt, die ſich beim Eintreten des Fremden einen Augen⸗ blick umgewandt hatte, drehte nun ihr Geſicht dem Fenſter zu⸗ und beſchäftigte ſich auffallend mit den Blumen, die am Fenſter ſtanden.

Der Graf hatte ſeinen Hut abgenommen und grüßte den Muſiker freundlich. Dieſer erwiderte den Gruß ziemlich ernſt.

Da Sie nicht zu mir kommen, lieber Benetti, ſagte hierauf der Intendant mit der freundlichſten Miene, die ihm mög⸗

lich war, anzunehmen,ſo muß ich Sie aufſuchen. 21*