Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

322 Achtundfünfzigſtes Kapitel.

es dem Grafen, als ſinge er zuweilen dazu, denn er vernahm zwiſchen dieſen Tönen, doch bis jetzt ſehr undeutlich, eine Men⸗ ſchenſtimme. Bald grollte das Inſtrument in den tiefſten Klängen und lärmte und klagte, und als Alfons jetzt näher trat, da ver⸗

nanhm er ſtatt des Geſangs, den er zu hören geglaubt, die pol⸗

ternde Stimme des alten Benetti, die analog der Muſik zu ſprechen ſchien.

Das Alles habe ich ſchon zehntauſend Mal wiederholt! Aber es hilft nichts, es iſt gerade, als wenn in mein Haus zehn⸗ tauſend Teufel gefahren wären. Warum läßt man mir keine Ruhe, warum muß das ganze Haus immer auf den Korſ geſtellt werden? He! he! Nun?24

Dieß ſchien eine Frage zu ſein, doch als keine Antwort darauf folgte, klangen unendlich weiche und rührende Töne aus dem Cello hervor, und der Alte fuhr fort zu ſprechen: nfreilich iſt der alte Benetti ein hartherziger Polterer, ein unangenehmer Kerl, ſo ſagen die Leute. Aber ſie wiſſen es nicht, daß der arme alte Italiener immer gequält wird, daß ſie ihm keine Ruhe

laſſen, Corpo di bacco! Und ich will Ruhe haben. Nun,

was haſt du darauf zu antworten? Der Graf blieb ob dieſem ſonderbaren Geſpräche erſtaunt ſtehen und hörte jetzt, wie eine weibliche Stimme antwortete: 5 Ich will Sie ja um Gotteswillen nicht ſtören, Signor

4 Benetti, aber ich muß doch einmal im Tage in Ihr Zimmer kom⸗

men, um es in Ordnung zu bringen! Gewöhnlich ſind Sie um dieſe Zeit in der Probe

Ja, dieſe Probe! ſchrie Benetti dazwiſchen. Aubaitss dieſe Probe und die Aufführung morgen Abend, lieber zerſchlage ich morgen meinen Fidelbogen, ehe ich eine Note von dem ver⸗ fluchten Werk herunter geige. Und gerade an ſolchen Tagen, wenn ich gereizt bin, da mußt auch du noch mich obendrein quälen, du, von der mir das eigentlich am weheſten thut.