30 Vierzigſtes Kapitel.
gehängt, und von dem Spießgeſellen, einem entſetzlichen Sub⸗ jekte unter dem Namen, der„Gevatter“ bekannt, erfuhr man nie mehr etwas, ſelbſt nicht die Gerichte, trotz der ſorgfältigſten Steckbriefe.“
„Und dieſe Madame Müller?“ forſchte der älterere Offizier.
„Nun, dieſe Madame Müller,“ lachte der Graf,„war eben die Madame Müller und wußte nichts weiter.— Das war damals eine Zeit der ſeltſamſten Räthſel und Verwicklun⸗ gen. Man könnte einen Roman darüber ſchreiben. Ihr werdet euch Alle des eigenthümlichen Falles erinnern, der ſich damals hier in der Nähe mit dem Jäger des Baron Karl begab, der aus dem See gezogen wurde, in den er, angeblich um ein armes Mädchen zu retten, htatin fallen war.“
„Dieſe Geſchichte ſpielt am wilden See, wie ich glaube,“ ſagte Herr von M.
„Wo wir heute gejagt?“ fragte der Diplomat.
„Ja wohl!“ lachte der ältere Offtzier,„wo Sie die un⸗ glückliche Gais geſchoſſen.“
„Es war am wilden See,“ fuhr Graf Alfons fort,„und die Sache blieb deßhalb räthſelhaft, weil das Mädchen ſchon den Tag vorher Metthauſen verlaſſen hatte, und der Jäger ihr erſt den Tag nachher folgte, bei welcher Gelegenheit er in's Waſſer fiel oder ſprang. Dieſer Mann, ein außerordentlich treuer Diener, litt ſeit langem an einer Gemüthsverſtimmung, weß⸗ halb die Annahme, er habe ſeinem Leben freiwillig ein Ende machen wollen, wohl die richtige iſt. Im andern Fall hätte ja das Mädchen ſich vierundzwanzig Stunden lang an den Ufern des wilden See's bedacht, ehe ſie hineingeſprungen wäre, im Falle er nämlich nachſprang, in der Abſicht, ſie zu retten.“
„Alſo iſt es wahr, was man damals ſagte, daß ein Mäd⸗ chen wirklich in den See geſprungen?“—
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