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Meiſter Amadäus. 23
„Ja, ja!“ ſeufzte der Lieutenant,„'s iſt eine wahre und betrübte Geſchichte.“ 1“
„Dieſe Amuſements,“ fuhr der Graf fort, vobgleich ſte ſchon lange gekränkelt, erſtarben damals faſt mit Einem Schlage gänzlich; es war bei dem unglücklichen, ſchrecklichen Tode Ihrer Tante, der Frau von C. Sie werden ſich deſſen kaum mehr erinnern, denn Sie waren damals noch zu jung, um die Geſell⸗ ſchaft zu beſuchen. Damals verließ auch eine Hauptfeder aller Unterhaltung, unſer lieber Freund, Baron Karl, Reſidenz und Land, und iſt bis jetzt immer nur für Augenblicke zu uns zurück⸗ gekehrt.“ „Er iſt im Augenblicke in Italien,“ ſagte Herr von M.
„Am Comerſee,“ warf der junge Diplomat dazwiſchen, „geht aber, wie man mir ſchreibt, den Winter nach Rom und Neapel..
„Ich werde ihn alſo da ſehen,“ fuhr der Graf fort,„und freue mich recht darauf.“
„Die Klagen, die Sie eben ausſtoßen, liebſter Graf,“ nahm der Diplomat das Wort,„vernimmt man in allen Schich⸗ ten der Geſellſchaft, und wenn ſte gerecht ſind, ſo iſt es für uns Nachgeborene ſehr entmuthigend und unangenehm. Aber,“ ſetzte er ironiſch lächelnd hinzu,„die Herrn von damals übertreiben Alle, denn Sie werden mir zugeſtehen, daß in der vergnüglichen, angenehmen Zeit, von der Sie ſprechen, die damaligen alten Herrn von ihrer längſt vergangenen Zeit mit demſelben Enthu⸗ ſtasmus ſprachen, wie Sie jetzt. Zum Beiſpiel meine alte Excel⸗ lenz, die ſchon ein rüſtiger Tänzer war, ehe die Aelteren unter uns noch geboren waren, rümpft die Naſe, wenn er von den Bällen ꝛc. der letzten zwanzig Jahre ſpricht, und denkt ſeuf⸗ zend ſeiner Geſellſchaft und ſagt: es gebe keine Jugend mehr und habe ſchon ſeit dreißig Jahren keine Jugend mehr gegeben. Neh⸗ men wir einen ähnlichen Fall: das Theater. Da lobt Jeder die


