Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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Vierzigſtes Kapitel.

was Schönes iſt, ſo gäb' ich ſie wahrhaftig gern für eine ſolche Tour hin..

Er hat ganz Recht! ſagte Herr von M.,was wollteſt du auch den ganzen Winter in der Reſidenz machen? zum Gott weiß wie vielſten Male dieſelbe langweilige Vergnügungskarte abſpeiſen? Sechs Bälle bei Hof, vier ebenſolche Concerte, das war von jeher nicht ſehr amüſant; aber wie das Alles jetzt traurig und verdrießlich geworden iſt! Den Herrn machen be⸗ greiflicher Weiſe dergleichen Geſchichten nicht mehr das mindeſte Vergnügen, und uns Andern eben ſo wenig. Sind wir nicht mit allen Tänzern und Tänzerinnen aufgewachſen? Kennen wir uns nicht zur Uebergenüge? und was die neuen Elemente anbe⸗ langt, die in die Geſellſchaft gefloſſen, ſo waren ſie zu unbe⸗ deutend, um das ſtagnirende Waſſer friſch und lebendig zu erhalten.

Ja, ja! lachte Graf Alfons,wir ſind recht alte Sumpf⸗ pflanzen geworden, aber wir waren doch einmal friſch bewegt, aber das kann man wahrhaftig von der jüngeren Generation nicht ſagen.

Herr von C. räuſperte ſich.

Natürlich mit Ausnahmen, lieber C.! aber einige Schwal⸗ ben machen keinen Sommer. Auch wollen wir gerecht ſein und zugeben, daß die alte feſtgewurzelte Geſellſchaft die Hauptſchuld daran hat; damals waren wir alle noch muntere junge Leute, ebenſo die Damen, wir hatten das Uebergewicht, riſſen die Alten mit uns fort aber jetzt haben die oder vielmehr wir uns in der Fluth feſtgewurzelt und verengen in ſtarrer Grandezza der jüngeren Generation das Fahrwaſſer, denn wenn die noch ſo fröhlich den Fluß hinabſchwimmt, ſo prallt ſte ſo häufig an die alten Stämme an, verletzt hier und verletzt da und ſich ſelbſt am allermeiſten, ſo daß ſie bald erlahmen und ſich anſtändig ſteif im engen Kreiſe drehen muß.