Neununddreißigſtes Kapitel.
eigenen Sache ernennen, ſo muß ich mich bemühen, glaubwür⸗ dige Zeugen aufzuſtellen, die ich im vorliegenden Falle vernom⸗
men und deren Ausſpruch ich ohne ein Reſumé meinerſeits wieder gebe. Mein Förſter Steinbach und ſein Jagdgehülfe, der alte Joſeph', geben an(dieſe Beiden hatten im bewußten Trieb den nächſten Stand bei unſerm jungen Freunde), es ſeien Rehe an⸗ getrieben worden, fünf Stück: zwei Böcke, drei Gaiſen, der
erſte ſchwache Bock voraus, der zweite, ein ſtarker Bock, hin⸗
tendrein.“
Bei Erwähnung von Böcken ſchob der junge Diplomat ſelbſtgefällig lächelnd ſeine Augen ein wenig in die Höhe und blinzelte im Kreiſe umher.
„Von dieſen beiden Böcken nun habe der vordere kleine der angeſchoſſen geweſen, ſtark geſchweißt, weßhalb ihn Joſeph zuſammenſchoß.— Wohlgemerkt, meine Herrn, das Rudel mit dem ſchweißenden Bock kam nicht von dem Stande unſeres jungen Freundes, ſondern kam erſt auf denſelben zu.— Den zweiten, ſehr ſtarken Bock aber, da iſt nichts dagegen zu ſagen, ſchoß— der Förſter Steinbach, er ſtürzte im Feuer zuſammen, und was blieb da übrig? Nichts, als“—
„Drei Gaiſen!“ jubelten Alle mit Ausnahme des Ange⸗ klagten. Dieſer erwachte aus ſeinen ſüßen Träumen und ſagte „dagegen muß ich feierlich proteſtiren, es iſt das eigentlich gar kein Beweis; der Förſter und der Jagdgehülfe können ihre Vöcke gefehlt haben; ich ſchoß dem einen nach.“
„Aber verzeihen Sie, edler Mann, die benannten beiden Böcke wurden von den Treibern vor den benannten Ständen betroffen.“
—„Drei Gaiſen—“ ſagte feierlich Graf Alfons,„und ferner will der Förſter, ſowie der Jagdgehülfe einen feierlichen Eid darauf ablegen, daß unſer theurer Freund und Gönner


