Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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Neununddreißigſtes Kapitel.

unr vor dem Schreibtiſche zu ſitzen, oder ſich vis à vis dem Toi⸗ lettenſpiegel zu befinden, aus dem zwei Bouquete Wachskerzen zu beiden Seiten eine fabelhafte Helle herausſtrahlten. Hier ſtanden die Diener bereit, und es war ein ſchöner Moment, ſich nach dem

mühſamen Jagen und nach dem Durchwaten von Bächen und

Moräſten, dem beſchwerlichen Erklimmen von Bergen und dem

ſtundenlangen unbeweglichen Ausharren auf den verſchiedenen

Ständen ſich nun behaglich K ſchweren Anzugs entledigen zu

können.

In Schatten und Licht, in Contraſten beſteht die Annehmlich⸗ keit des Lebens; deßhalb wurde hier auf dem Schloße, obgleich keine Dame zugegen war, im Gegenſatz zum Jägeranzuge jetzt eine feine 4 Toilette gemacht, und es gewährte jedem der Betreffenden das größte Vergnügen, aus der ſchweren Fußbekleidung in feine lakirte Stiefel zu ſchlüpfen und den dicken Jagdrock mit dem weichen ſchmiegſamen Frack zu vertauſchen. Bart und Haar wurden ſorg⸗ fältig friſirt, einige Tropfen Eßbouquet auf das battiſtene Sack⸗ tuch gegeben, und ſo fertig und bereit harrten Alle der Hornfanfare, die zur Jagdzeit ſtatt der Glocke das Zeichen zum Diner gab.

Nun ertönte dieſelbe und die Jagdgeſellſchaft, aus den ver⸗ ſchiedenen Zimmern tretend, fand ſich im langen Corridor und ſchritt denſelben munter plaudernd hinab bis ans Ende, wo ent⸗ fernt von allem Geräuſche ſtill und heimlich das Speiſezimmer lag. Die Fenſter deſſelben giengen auf eben dieſen Corridor und waren bei Abend dicht verhängt. Das Speiſezimmer glich in ſeiner Einrichtung dem des Baron Carl, in welchem wir einſtens einem Diner beigewohnt, ſeine Tapeten waren wie in demſelben lederfarben, Stühle und Büffet ſchwer in Eichenholz geſchnitzt, ebenſo der Kronleuchter und zwei Girandolen, welche in den Ecken ſtanden.

Meiſter Amadäus unterließ es bei ſolchen Veranlaſſungen