Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein Schloß im walde..

nicht, das reiche Silberzeug des gräflichen Hauſes wenn auch ohne Prätenſton zur Schau zu ſtellen, nichts Ueberflüſſiges, aber

Alles, was nur einen Schein von Nothwendigkeit hatte. Und ſo war der Tiſch bedeckt mit mattem und glänzendem Silber, mit

hellem funkelndem Kryſtall und dem feinſten weißeſten Damaſt⸗ zeug. Im Kamin loderte eine leichte Flamme, mehr zum Staat als zur Nothwendigkeit.

Mit dem Schlag ſechs hob der Kammerdiener am Büfe den Deckel von der Suppenterrine und das Diner nahm ſeinen Gang, mit einer Ruhe und Präciſtont, die außerordentlich wohl⸗ thuend war. Jäger und Lakaien giengen beim Serviren mit un⸗ hörbaren Schritten durch das Gemach, Teller und Platten wur⸗ den gewechſelt, ohne die Idee eines Geräuſches, und Alles das dirigirte der alte Kammerdiener mit raſtloſem Auge, hier durch einen Blick das Tempo beſchleunigend, dort durch eine zurückhal⸗ tende Handbewegung den zu eiligen Lauf eines noch jugendlichen eifrigen Lakaien mäßigend. Er pflegte zu ſagen: in einem guten Hauſe ſind die Bedienungen auf den Zimmern, das Kaffeefrüh⸗ ſtück, das Dejeuner die Proben, wo ſchon ein kleines Unglück vorfallen kann,(unter Unglück aber verſtand er das Räuſpern eines Lakaien, das harte hörbare Niederſetzen eines Glaſes), das Diner aber iſt die Ausführung, und ob ein Haus gut geführt iſt, ob Hausmeiſter und Lakaien verdienen, daß ſie überhaupt in der Welt ſind, zeigt ſich bei der Ausführung eines Diners, bei dem richtigen Takt, der hier herrſcht, bei dem ununterbrochenen Fort⸗ gang, bei dem richtigen Zuſammenſpiel. Amadäus war aber auch nach einem gut gelungenen Diner, obgleich glücklich, immer ein wenig erſchöpft und pflegte alsdann in ſeinem Zimmer eine Stunde auszuruhen.

Endlich wurden Stühle gerückt, die Geſellſchaft ſtand auf und gieng durch den langen Corridor zurück in das Wohnzimmer des Hausherrn, das unſtreitig eines der wohnlichſten und comfor⸗