Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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10 Ueununddreißigſtes Kapitel.

Wiikihen des Schnupftabaks ſorgfältig von Weſte und Hals⸗ 6 Jetzt jagten die vier Braunen mit dem leichten Wagen en Hof. Es ſaßen vier Herrn in demſelben; unter ihnen n der, welcher die Zügel führt, uns wohl bekannt es iſt Graf Affons, freilich um zehn Jahre älter geworden, aber immer noch garcon, heiter, ja luſtig, ein Lebemann und guter Kamerad. Ihm gehört Schloß und Jagdrevier: er hat die Freunde hier zu einem luſtigen Herbſtvergnügen verſammelt.

Hätte ich es dem geneigten Leſer auch nicht verrathen, daß wir uns auf dem Gute des Grafen Alfons befinden, ſo würde er es an der Ehrerbietung bemerkt haben, mit welcher der Stall⸗ meiſter Peitſche und Zügel in Empfang nahm und an dem tiefen

Bückling, den Meiſter Amadäus auf der unterſten Treppenſtufe zu⸗

machen ſich verpflichtet hielt.

Dem Wagen nach jagten ſechs Reiter in den Hof, das

Doppelgewehr auf dem Rücken, den grünen Hut, wo bei manchem zwiſchen Gemsbart und Spielhahnfeder ein grüner Bruch ſteckte, keck auf dem rechten Ohre ſitzend, in grauen Röcken, anliegenden

Beinkleidern und darüber hohe Juchtenſtiefel. Auf gleiche Art

war auch der Graf und alle Uebrigen coſtumirt. Den Reitern nach drängten ſich Förſter und Jägerpurſchen in den Hof, die auf kürzeren aber engen Waldwegen eben ſo ſchnell nach Hauſe ge⸗ kommen, faſt gezogen von den ungeduldigen Hunden, die für heute des Jagens genug hatten und heulend und ſchnuppernd ihrem Zwinger zueilten.

Der Hof ſah in dieſem Augenblicke maleriſch genug aus: die Nacht war hereingebrochen und ein paar Pechpfannen zu beiden Seiten der Treppe warfen ihr rothes zitterndes Licht auf den lebendigen Knäul von Menſchen, Pferden und Hunden. Ein ſtattlicher Hirſch, ein ſchon in den damaligen Tagen ſeltener

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Zwölfer, ward auf einem⸗Pony hereingeführt und vor der Treppe

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