Teil eines Werkes 
3. Bd. (1851)
Entstehung
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ſtehen.

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Ein Schloß im Walde. 9

So war'su, ſagte der Haushofmeiſterund ſo iſt es jetzt. Dabei ſchlug er auf den Deckel ſeiner Doſe und ſahnſi⸗ fragend ringsum; die Lakaien nickten pflichtſchuldigſt, die Stall⸗ leute ebenſo, ferner der Koch und der Stallmeiſter ein Zeichen der Beiſtimmung, welches Meiſter Amadäus mit einem leichten Rundcompliment wohlwollend für ſich in Anſpruch nahm. Es erfolgte einige Sekunden lang eine feierliche Stille, während welcher der Kammerdiener den Koch mit feſtem Blicke anſah.

Es iſt wahrhaftig nicht meine Schuld, Meiſter Amadäus, ſagte dieſer,nach meiner Berechnung mußte geſtern Mittag die Suppe mit dem dritten Schlage um ſechs Uhr auf dem Tiſche

Was aber nicht der Fall war, ſagte ernſt, faſt traurig der Kammerdiener, vich verließ mich auf Eure Pünktlichkeit wie immer, laſſe mit dem dritten Schlage um ſechs Uhr die Flügel⸗ thüren des Speiſeſaals öffnen und ſehe zu meinem Erſchrecken, ja zu meinem Entſetzen, daß die Suppe erſt hereingetragen wird, ich war blamirt, wenn in dieſem Augenblicke der Herr Graf nicht glücklicher Weiſe mit ſämmtlichen Herrn Gäſten durch das Fenſter nach einem Raubvogel geblickt hätte. Es war wenigſtens vier Sekunden nach Sechs, bis die Suppe auf dem Wule ſtand fürchterlich!

Fürchterlich! wiederholten die Lakaien, die Stallbuben

ſchauderten augenſcheinlich zuſammen, und der Koch ſtand da, in ſeines Nichts durchbohrenden Gefühle.

Jetzt vernahm man in der Entfernung Rädergeraſſel und Huftritte von Pferden. Es war die Jagdgeſellſchaft, die zurückkehrte. Auf einen feierlichen Wink des Kammerdieners ver⸗ ſchwanden ſämmtliche Untergebene in die Gebäulichkeiten ihrer Departements und Amadäus blieb allein auf der großen Treppe ſtehen, nahm eine letzte Priſe und ſtäubte darauf jedes ſchwarze

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