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Ein Schloß im Wolde.
ſchäftigt, Geſchirre aufzulegen und zu ſatteln. Der Anzahl der Pferde nach, die herausgeführt wurden, beſtand die Jagdgeſell⸗ ſchaft aus 8— 10 Perſonen, auch einige Offtziere daruntet denn einige Kopfzeuge und Sättel waren militäriſch. Für den Jagd⸗ herrn wurde ein Maditſchenka mit vier kräftigen Braunen einge⸗ ſpannt, einer der Kutſcher ſchwang ſich auf, vier Reitknechte nahmen die acht Pferde an der Hand und hinaus gieng es aus dem Schloßhof in den Wald.
Der Stallmeiſter gab noch einige Befehle, dann gieng er langſam auf die große Treppe des Schloſſes zu, auf welcher ſich eine Geſtalt ſehen ließ, in ſchwarzem Frack, ſchwarzen Bein⸗ kleidern, weißer Weſte und Halsbinde, wie ſie ſo eben aus dem Veſtibul heraustrat— der Kammerdiener und Haushofmeiſter des Grafen. Sein Haar war faſt ebenſo weiß, wie ſeine Wäſche, ſein ernſtes faltenreiches Geſicht zeugte von hohem Alter, und dieſes Zeugniß war vollkommen richtig, denn Meiſter Amadäus, wie er ſich am liebſten nennen hörte, war ein guter Sechziger und hatte ſeinen jetzigen Poſten ſchon bei dem Vater des jungen Herrn verſehen. Er nahm aus ſeiner kleinen goldenen Doſe be⸗ dächtig eine Priſe, hob ſeine ziemlich große Naſe alsdann ſchnüf⸗ felnd in die Höhe und meinte, es werde kalt werden heute Nacht, recht kalt.
Der Stallmeiſter war die Treppen hinaufgeſtiegen und pflichtete bei, indem er ſagte; es ſei nicht unmöglich, daß man heute Nacht einen gelinden Froſt bekäme.
Einige Lakaien, die im Veſtibul ſtanden, erlaubten ſich hierauf die ſchüchterne Frage, ob in den Schlafzimmern eingeheizt werden ſolle. 3
Meiſter Amadäus zog die Manſchetten über ſeine Hände herab und erwiderte: wenn der große Salon vierzehn Grad hat und das Billardzimmer eben ſo viel, ſo bleibt es bei meiner An⸗


