Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein Zürgerball und ſeine Folgen. 229

Briefe durch, ſein Geſicht wurde ernſter und ernſter, und er ließ die Unterlippe nachdenklich herabhangen. Als er mit Leſen fertig war, fuhr er mit der Hand über die Augen und ſagte: nich wollte wahrhaftig, wir hätten das nicht gethan. Da iſt ein Schreiben darin von dem Vater des kleinen Mädchens, der gar kläglich und gerührt über den Tod deſſelben thut.“

Der Gevatter rieb ſich vergnügt die Hände, während die Frau Müller näher trat und ſich angelegentlich erkundigte, von welchem Kind und von welchem Todesfall man eigentlich

ſpreche.

„Faren, Faxen!“ ſagte luſtig der Gevatter.„Frau, Ihr bekommt ein merkwürdig ſchlechtes Gedächtniß in der letzten Zeit. Ihr wißt doch, die Papiere, die ich drüben mitnahm, die von dem kleinen Mädchen, das bei der Welſcher wohnt— nun ja! — und da haben wir deren hochgeborenen Papa geſchrieben und ihm angezeigt, daß Mutter und Kind geſtorben ſeien, und daß wir braven Leute ſie bis zu ihrem Ende unterſtützt und ihnen die letzten Stunden leicht gemacht.— Ha! hal! ha! und jetzt ſchickt der Herr einiges Geld— nun, wie viel iſt's denn?“

Er griff mit zitternden Händen nach den Wechſeln.

„Es ſind nach unſerem Geld achthundert Gulden,“ ſagte der Steinmann und eine tiefe Röthe ſchlug auf ſeinem Ge⸗ ſicht auf.

„Achthundert Gulden!“ jauchzte der Gevatter, und die Frau ſchauderte zuſammen und gieng in ihre Ecke zurück.

„Achthundert Gulden,“ wiederholte der Steinmann, ſetzte ſich an den Tiſch und breitete die Wechſel vor ſich aus.

Der Gevatter wollte darnach langen, aber der Stadtſoldat legte ſeine breite Hand darüber hin und wehrte ihn ab.„Ich wollte,“ ſagte er alsdann,„wir hätten die Geſchichte nicht ge⸗