Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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nen Tagen waren hier die Fenſterläden verſchloſſen, die Vor⸗ hänge herabgelaſſen, Plüſch, Sopha und eben ſolche Stühle

waren mit weißem Zeug verhängt, ebenſo der Kronleuchter an

der Decke und er ſah aus, als trüge der Hacken, an dem er hieng, einen ungeheuren Kuchen, an einer rieſenhaften Serviette. Die Goldrahmen der Spiegel waren mit Gaze verkleidet, und im ganzen Raume wehte jener bekannte Duft, den man in verſchloſſenen Zimmern findet. Es iſt etwas ſehr Troſtloſes um dieſe Prunkſtuben; finſter und unbewohnt liegen ſie zwiſchen den andern Zimmern, als befinde ſich darin ein Geſtorbener oder als ſei ſonſt etwas Schreckliches da verwahrt. Der Hausherr mit ſeinen Stiefeln darf dieſes Heiligthum nie betreten, die Mut⸗ ter nur geht zuweilen leiſen Schrittes hinein, um den Staub abzuwiſchen, die Kinder ſchleichen entſetzt hindurch, denn ſie fürchten, einer der weißen Vorhänge, die auf dem Sopha ruhen, hebe ſich langſam empor und zeige das Geſicht eines Kobolds, der ſich dort eingeniſtet. So ſind jene Stuben, und manche Hausfrau würde ſie gern aufſchließen und ſich beſtändig an den freundlichen hübſchen Möbeln erfreuen, aber ſie darf nicht, da die alt hergebrachten Regeln, von denen wir oben zu ſprechen die Ehre hatten, dagegen ſind, und keine ihrer Bekannten das beſte und wohnlichſte Zimmer zum Wohnen benutzt.

In des Hofraths Hauſe gieng es nun ſchon luſtiger und

vergnügter zu, als in dem der Braut.

Stadtrath Schwämmle, der anfänglich auf's höchſte über⸗ raſcht war, hatte ſich doch mit der Partie einverſtanden erklärt, und meinte, ein ſolcher Wildfang, wie der junge Eduard, ſei eigentlich nur durch eine ſolide, geſetzte Frau zu bändigen. Er hatte ſo eben die Viſtte der Schwiegereltern erwidert,— denn auch dieſe ſind bei derlei Veranlaſſungen gezwungen, ihre Be⸗ kannten unnöthiger Weiſe zu beläſtigen, wie denn überhaupt