222 Sechunddreißigſtes Kapitel.
Erſtaunen ein Brautpaar vor, das ſich ihren mütterlichen Segen erbat. Was wollte die gute Frau machen? Sie kannte die Honoratiorentochter als ein ſehr braves verſtändiges Mädchen, die mit einem anſtändigen Vermögen ſehr viele. Vorzüge des Geiſtes und Herzens verband. Den juͤngen Eduard zu beſſern, hatte ſte ohnedieß als zu ſchwierig aufgegeben und beſchloß dieſes ſeiner Frau zu überlaſſen. Der Hofrath Vater machte an dem⸗ ſelben Abend ebenfalls eine gute Miene zum böſen Spiel, meinte aber in den nächſten Tagen und Wochen, der junge Eduard ſei eigentlich vie viel zu jung zum Heirathen und müſſe noch ein paar Jahre zuwarten, wogegen ſich aher Tante e Cliſe auf& Entſchie⸗ denſte erklärte, und feſt daxauf! beſt lund, die Hochzeit müffe in
ganz Busser. vor ſich gehen, r e 24 6
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, Das ſollte alſo geſchehen und die aaffen wurden ſo g A
ſchleunigſt abgemacht. Nur müſſen wir bei dieſer Gelegenheit noch bemerken, daß der junge CEduard, als er in den Wagen ſtieg, durchaus nicht das freudetrunkene Geſicht zeigte, das man an den meiſten Bräutigamen zu ſehen gewo ohnt iſt; vielmehr ſah er oftmals ſchüchtern die Straße hinauf und hinab, und wenn ihm alsdann die Tante Cliſe die Hand zum Schlage hinaus reichte, um ihn ſanft hineinzuz iehen, ſo war es, als faſſe ihn ein finſteres Verhängniß und ziehe ihn gewaltſam ab von den Freuden dieſes 8 Lebens und einer trüben Zukunft entgegen,
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M an kann ſich denken, daß nichts deſto weniger im Hauſe der Tante Eliſe, ſo wie in dem der zakünftigen Schwiegereltern viel Luſt und Freude herrſchte. Die junge Braut ſaß regelmäßig des Morgens mehrere Stunden im Prunkgemache ihres Appar⸗ tements und nahm Gegenbeſuche an. Dieſes Prunkgemach, wie es die meiſten Familien, welche wiſſen, was ſich geziemt, beſitzen, war das ſchönſte im Hauſe, ſehr elegant möblirt und wurde nur bei großen Veranlaſſungen gebraucht. An gewöhnlichen gemei⸗


