Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein Vürgerball und ſeine Folgen. 219

er, in derſelben Kleidung wie heute, ebenfalls eine Rolle ſpielen wird.

Eine ſolche Kutſche nun bewegt ſich bei dem langſamen Hundetrapp der Pferde in ſtiller Langweiligkeit Nachmittags durch die leeren Straßen der Reſidenz, von denen die brennende Sonne des Spätſommers Fußgänger und Wagen ziemlich ver⸗ trieben. Die Brautkutſche hält faſt vor jedem Hauſe, und da das Paar in demſelben faſt in jedem Hauſe angenommen und hinaufgenöthigt wird, ſo ſind wir feſt überzeugt, es muß etwas Außerordentliches, ganz Beſonderes ſich in der Kutſche befinden. Dort in dem großen Hauſe bleiben ſie ziemlich lange, jetzt aber bellt ein Hund die Stiegen hinab, der Lohnlakai öffnet die Thüre — jetzt aufgepaßt!————

Lieber Leſer, verzeihe uns die ſonderbare Ueberraſchung, aber Wahrheit vor Allem!— Es iſt der junge Eduard und die Honoratiorentochter, welche dort in den Wagen hüpfen. Die Sache iſt ziemlich unglaublich, aber wir können ſie nicht läugnen. Doch wollen wir uns bemühen, ſo viel wie möglich den unſicht⸗ baren Fäden nachzuſpüren, welche dieſe Verbindung geknüpft, und ſehen uns deßhalb veranlaßt, in unſerer Erzählung ein paar Monate zurück zu greifen, bis zu jenem Moment, wo der Herr Dubel, jetzt Dubelli, ein zweiter Joſeph, die Flucht ergriff.

In dem Zimmer der Kiliane blieb damals Niemand zurück als Tante Eliſe mit ihrem Schmerz. Aber dieſer Schmerz war fürchterlich, und Tante Eliſe war es nicht minder. Vergebens ſehnte ſie ſich nach einem Opfer, das bereit ſei, ihrem Grimme zu fallen. Es war Niemand da, die Kiliane erſchien nicht wie⸗ der und die alte Katze derſelben ſchien kein genugſam aufopferndes Gemüth zu beſitzen, um ſich ungeſtraft knuffen zu laſſen. Tante Eliſe raffte demnach Hut und Shwal zuſammen, und eilte auf die Straße, wo die einbrechende Dämmerung und der würzige