Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Fünfunddreißigſtes Kapitel..

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Sie neigte ihr Geſicht auf das ſchwarze Haar des Kindes und flüſterte unhörbar:„warum mußt du eine Tänzerin werden, mein Kind? thu' es nicht! flieh' unſer glänzendes Elend! ſo gut, ſo lieb, ſo unſchuldig! O, wenn ich denken muß, welcher Schmerz nach zehn Jahren in dieſer kleinen Bruſt wohnen wird, wie viel getäuſchte Hoffnungen, wie viel Kummer und Leid! O Kind, dir wäre beſſer, du hätteſt kein Talent, und Gott möge es denen vergelten, die dich hieher brachten!“

Sie drückte ihre heißen Lippen auf die Stirn des Mädchens und ſagte unter reichlichen Thränen:„armes Kind, warum willſt du eine Tänzerin werden?“

Die Probe gieng unterdeſſen ihren Gang fort, es kam die Scene, deren ſich der Leſer vom Balletſaal her erinnern wird, das Pas de deux des Ritters Aſtolfo mit Demoiſelle Pauline. „Was ſind die Reize meiner Braut, die mir vom Schickſal be⸗ ſtimmt iſt, gegen die deinigen, o Holde?“ und dann antwor⸗ tete ſie: ſie könne ihn nicht lieben, er habe ja eine Braut und doch liebt ſte ihn, aber das Schickſal trennt ſie unerbittlich. Auch das gieng vorüber und das ganze Ballet zur vollkommenſten Züͤ⸗ friedenheit des Signor Benetti. Als Alles beendigt war, ver⸗ ließen die Muſiker ihre Plätze, der Kapellmeiſter wechſelte noch ein paar Worte mit dem Inſpicienten, dann wurden die Lichter an den Muſikſtändern ausgelöſcht, die Proſceniumslampen ver⸗ ſchwanden, die Theaterwagen mit den erſten Tänzerinnen rollten nach Hauſe, die Ratten giengen zu Fuß hinweg, unter dem Arm

ein kleines Bündel oder ein paar Schuhe tragend, die nothwen⸗ diger Reparaturen bedurften, und die Letzten, die das Opern⸗ haus verließen, war der Balletmeiſter, Graf Alfons, Charles der Muſtker und der Herr Dubelli. Auf dem Geſicht des Letzteren ſtrahlte ein außerordentliches Glück, und wir finden das begreiflich, nachdem wir die letzten Worte des Signor Benetti vernommen.„Es bleibt alſo dabei,“