Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein Bürgerball und ſeine Folgen. 35

ſagen freilich: es ſteht nur in der„Spinne!“ aber ſte ärgern ſich doch, und daß ſie ſich ärgern, geſchieht ihnen vollkommen recht. Denn dieſes eckelhafte Coquettiren mit alter klaſſtſcher Muſik, wenn ſie auch noch ſo herrlich und groß iſt, wird eben durch derartige Leute, die für ſonſt nichts Sinn haben— ſte thun wenigſtens ſo— oder die nichts Anderes mehr wollen gelten laſſen, nachgerade entſetzlich langweilig. Derjenigen, die

wirklich im Stande ſind, die Tiefe und Schönheit unſerer älteren

deutſchen Muſik zu begreifen, ſind ſehr wenige, und die, welche nur nachbeten, was ſie von Jenen hören, die ſchon entzückt ſind, wenn ſie nur den Namen Mozart und Beethoven leſen, die auf die Geſichter jener Erſteren lauſchen, um ja gewiß zu wiſſen, wo ſie eigentlich applaudiren ſollen, die, wenn man es ihnen vorher nicht ſagte, den erſten Akt des Nabuco für den erſten Akt des Idomeneo hinnehmen und beklatſchen würden, das iſt das allerſchlechteſte Publikum, und die ſind nicht werth, daß ein Roſſtni und Bellini ſo ſchöne, rein menſchliche und zu Herzen gehende Melodieen geſchrieben haben.— Es iſt eigent⸗ lich ſchade,“ fuhr der Doktor fort und rückte an ſeiner Brille, „daß ich das, was ich eben geſagt, nicht für die„Spinne“ auf⸗

geſchrieben;— doch weiter im Texte:

„Um ſo weniger hegreifen wir aber, wie die Theater⸗ Intendanz uns gerade ſolche Meiſterſtücke wie„Robert“ vor⸗ führt, da ſte doch wohl ſelber weiß, daß ſie nicht im Stande iſt, uns die Schönheiten derſelben vollkommen genießen zu laſſen. Wer keinen beſſeren Robert vorzuführen hat, wie den Herrn A., der ſollte uns die Oper lieber gar nicht vorführen. Träger des ganzen Werks, ohne Stimme, ohne Vortrag, ohne Schule,

ohne Spiel, ein Robert ohne Stimme und Spiel, das iſt zu

viel verlangt, und wir können unſere gerechte Entrüſtung bei

allem Wohlwollen für die Bemühungen der Intendanz nicht

verbergen— und iſt es denn bloß das Publikum allein, wel⸗ 3.*