Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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32 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

trieb, ſo befand er ſich bald in der untern Stadt, ſtand mit einem Male vor ſeiner früheren Wohnung, Elſtergaſſe Nummer Vierundvierzig. Er ſchaute hinauf und da er in dem Zimmer des Doktor Stechmaier Licht gewahrte, ſo beſchloß er, demſelben einen Beſuch zu machen. Er trat in's Haus, grüßte die Wirthin freundlich und herablaſſend und ſtieg die wohlbekannten Treppen hinauf bis zur Thüre ſeines ehemaligen Wohnzimmers, wo er ſachte anklopfte.

Herein!

Der Doktor ſaß an ſeinem Tiſche, hatte eine Menge Zei⸗ tungen vor ſich liegen und ſchrieb emſtg. Dem Eintretenden

nickte er mit dem gewöhnlichen gleichgültigen Geſichte zu und bat

ihn, ſich einen Stuhl zu nehmen, da er mit ſeiner Arbeit im Augenblicke fertig ſein würde.

Dem Herrn Dubel, dem es ſehr intereſſant war, einen Schriftſteller im Augenblicke des Schaffens zu belauſchen, lehnte ſich an die Fenſterbank und bemerkte von dort aus, wie der Doktor eifrig die Spitze ſeiner Feder zerkaute, bald an die Decke hinauf ſah, in einige Zeitungen blickte und dann wieder eifrigſt fortſchrieb. Endlich war er fertig, ſpritzte die Feder aus, legte ſich in ſeinen Stuhl zurück und ſagte mit wohlgefälliger Miene zu dem Herrn Dubel: nſo, das wäre Mbgemacht! Nach ge⸗ thaner Arbeit iſt gut ruhen— jetzt wollen wir eine Cigarre oder eine Pfeife rauchen— was beliebt?“

Dubel entſchied ſich für Cigarren, und da der Doktor im Augenblicke die ſeinigen nicht finden konnte, ſo nahm er von

denen ſeines Bekannten, ſteckte aber dagegen bereitwilligſt ein

Zündhölzchen an.

„Darf ich fragen,“ ſagte der Schneider, nachdem er einige Züge gethan,„welche Arbeit Sie ſo eben beendigt? ein neues, unſſſſ⸗terbliches Werk, ein Kapitel eines Romans, einen Akt einer Tragödie?“