Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ein Zürgerball und ſeine Folgen. 27

Das war ein ſchöner Moment für Beide, wenigſtens für die Honoratiorentochter; der Herr Dubel dagegen, der, wenn er gen Himmel in die Höhe ſah, an die Höhe dachte, welche er in Folge dieſer Leidenſchaft in der Geſellſchaft wohl einnehmen könne, brachte das Geſpräch ſanft auf praktiſche Gegenſtände und ſprach von einer ſchönen Zukunft.„Was iſſſſ⸗t eine Liebe,“ meinte er,„die ſich nicht zum Hauptziel macht, den ggeliebten Gegenſſſſ⸗tand zu ſich empor zu ziehen, ihn ſowohl imt Innern als auch vor den Augen der Welt zu veredeln und zu erheben? Dieſe Liebe iſſſſ⸗t die wahre und ſchöne, und da, theure Eliſe, Ihre Liebe zu mir gerade von dieſer Art iſſſſet, ſo fühle ich mich doppelt ſelig, doppelt glücklich!“

„O Heinrich,“ ſagte die erglühte Dame,„wie kann man in der Liebe nach Zwecken, nach Abſichten fragen? Sie braust daher, ſie ergreift unſer Herz, ſte macht uns glücklich, und wer kann dabei an Anderes denken?“

„Theuerſſſſ⸗te Eliſe,“ entgegnete der Herr Dubel, veine Liebe ohne Zweck, ohne reellen, ſoliden Zweck iſſſet Leidenſchaft,

und leidenſchaftlich,“ ſetzte er etwas ängſtlich hinzu und rückte,

ſo weit er konnte, in die Ecke des Sophass, pleidenſchaftlich wollen wir nicht ſein!“ Doch er hatte gut reden, der Herr Dubel, er hatte dem Feuer, das neben ihm loderte, gut be⸗ fehlen, es ſolle einhalten: er ſah mit Schrecken ein, wie ge⸗ fährlich es ſei, ſich mit einer Jungfrau von gewiſſen Jahren zu einem Rendezvous zu vereinigen.

„Wie können Sie,“ ſagte er mit einiger Aengſtlichkeit, „von einer Liebe ohne Zweck ſprechen?— was iſſſſ⸗t eine zweck⸗ loſe Liebe?— ein Unding! Hat denn unſere— Liebe nicht einen ſo ſchönen und edlen Zweck? Ich hoffe ſo, weil ich Ihr edles Herz zu kennen glaube. O Eliſe, Sie ſſſſ⸗tehen auf einer andern SSSS⸗tufe der menſchlichen Geſellſchaft, auf einer viel