Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

Einbruchs erzählte, entfernte ſich auf eine Viertelſtunde, wie ſte ſagte, um draußen eine nothwendige und dringende Beſtellung auszurichten.

Die beiden Liebenden waren allein. Sie ſaßen auf dem alten Sopha, jedes in einer Ecke; der Herr Dubel aber zunächſt dem Fenſter, wodurch es ihm vergönnt war, ein Stück des blauen Himmels zu ſehen, der, von der untergehenden Sonne beſtrahlt, glühte und leuchtete.

Herr Dubel blickte ſinnend zum Fenſter hinaus, ohne ein Wort zu ſprechen, und die Honoratiorentochter ſagte nach einer kleinen Weile:

„Warum blicken Sie ſo angelegentlich da hinaus? Sie erblicken wahrſcheinlich den lieblichen Frühlingshimmel?“

„Sie ſehen ihn nicht, mein theuerſſſſ⸗tes Fräulein?“ fragte der Herr Dubel;„richtig, das Haus verbirgt ihn von Ihrem Sitze aus Ihren Blicken.“

„Wenn ich mich etwas bücke,“ ſagte das ſchelmiſche Mäd⸗ chen,„ſo kann ich ihn ebenfalls ſehen.“ Dabei bückte ſie ſtch, rückte näher nach der andern Ecke und ſagte: nach, ich ſehe noch nichts!“*

„Aber er iſſſſ⸗t ſo ſchön!“ ſagte der Herr Dubel, dem es warm wurde, und die Honoratiorentochter, die unter allen Um⸗ ſtänden einen Blick in den Himmel werfen wollte, bückte und rückte ſo lange, bis ihre Schulter die Bruſt des Herrn Dubel berührte.—. Wer hätte dieſen Moment können vorbeigehen laſſen, ohne, wie es der Herr Dubel that, ganz leiſe ſeinen Arm um ihren Leib zu legen, ſte ſanft an ſich zu drücken und ſie zu fragen: „ſehen Sie jetzt den Himmel, Eliſe?“— worauf ſie ihm ſanft zur Antwort liſpelte:

„O Heinrich, ich ahne etwas dergleichen!“