Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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16 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

Aber du? entgegnete der Muſtker und küßte ihre ſchönen, weißen Hände innig und herzlich,aber du? du gehörſt einer reichen, mächtigen Familie; und der ſelige Traum, ſetzte er leiſer hinzu,dich einſtens zu beſitzen, wird immer ein Traum bleiben, und das, Anna, meine geliebte Anna, das wirft ſchwarze entſetzliche Schatten in mein Leben.

Das Mädchen zitterte leicht und ſchauerte zuſammen, wäh⸗ rend ihre Augen feucht wurden.

Wenn ich auch noch ſo hoch ſteige, fuhr der junge Mann fort,kann ich die Schranken niederwerfen, welche deinen Stand von dem meinigen trennen? Und doch iſt es meine ein⸗ zige, meine ſeligſte Hoffnung, dich zu verdienen, dich zu errin⸗ gen, dich, die du mit deinem großen liebevollen Herzen zu mir herabſtiegſt, die du mich aufgemuntert und unabläſſig angeſpornt haſt, wenn mich die Kraft verlaſſen wollte und ich verzweifelte, ob ich je das Ziel erreichen würde, das ich mir vorgeſteckt!

Das Mädchen erhob ſich von ihrem Stuhle, legte ihren Shwal und Hut ab und begann, ohne eine Sylbe zu ant⸗ worten, in dem Zimmer aufzuräumen. Der junge Mann blich entzückt auf ihre Beſchäftigung, und als ſie fertig war und ſich in der Ecke des Zimmers ſtill auf einen Schemel niedeines, da wußte er, was ſie jetzt wünſchte, und ſetzte ſich an das Inſtru⸗ ment und ließ herrliche, jauchzende, glückſelige Töne erklingen.

Der junge Muſiker war ein ſchönen Mann, vielleicht vier⸗ bis ſechsundzwanzig Jahre alt, hatte e in edel geformtes Geſicht, dunkle Haare, eben ſolche Augen un 2 B und eine natürliche Grazie in allen ſeinen Be. Wäh⸗ rend er auf dem Inſtrumente phantaſirte, blickte er weit, weit hinaus in die Ferne oder ſchwärmeriſch gen Himmel, und nur zuweilen, wenn er den wilden Strom ſeiner Töne zügelte und in ein reizendes Thema überleitete, blickte er ſeitwärts auf das Mädchen, die da ſaß, ihre beiden Hände vor das Geſicht ge⸗