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Herr und esanbruch
die Ruhe 63 Stein⸗
au ſaß an
ℳ Unter dem Stadtgraben. 329
Ofen, gedachte des Geſprächs mit dem Stadtſoldaten, lauſchte erſchreckt auf jedes Geräuſch draußen und marterte ihr Gehirn ab, um einen Gedanken zu finden, auf welche Art es möglich ſei, den pfiffigen und gewaltthätigen Steinmann zu überliſten. Dabei warf die Frau von Zeit zu Zeit einen ſchüchternen Blick auf ihre Tochter, welche auf der anderen Seite des Ofens ſaß, bald den Kopf in die Hände legte und in tiefes Hinbrüten verſank, bald wieder eben ſo wie die Mutter auf jedes Geräuſch drunten lauſchte, aber nicht verzagt und ängſtlich, wie dieſe, ſondern wild und herausfordernd, als erwarte ſite mit Vergnügen einen heftigen Kampf, der ihr bevorſtehe.
Das Geräuſch unten, welches die Beiden hie und da ver⸗ ſchiedenartig aufregte, kam von der Patrouille im Hofe und jedesmal, wenn ſich die Schritte dem Holzſchuppen näherten, richtete ſich das Mädchen in die Höhe, ſchüttelte die blonden Locken aus dem Geſicht, ihre Augen blitzten und unter den trotzig aufgeworfenen Lippen glänzten jedesmal die großen, ſchnee⸗ weißen Zähne.
Die Mutter ſeufzte mehrere Mal tief auf, als wolle ſie die Aufmerkſamkeit ihrer Tochter auf ſich lenken, und ſtieß endlich einen wirklichen Seufzer aus, als ihr das nicht gelang und das Mädchen ſie in ihren tiefen Gedanken nicht beachtete.
„Wenn die Nacht endlich vorüber iſt,“ ſagte nach einer längeren Pauſe die Mutter und ſchauerte vor Froſt und Erwar⸗ tung,„ſo will ich zufrieden ſein.“
„Und was habt Ihr dadurch gewonnen?“ ſagte das Mäd⸗ chen raſch auffahrend;„dann kommt der Tag und wieder eine Nacht ähnlich der heutigen, o, wir ſind recht unglücklich!“
„Ja, ja!“ ſeufzte die Mutter,„wir ſind freilich recht un⸗ glücklich, und du vermehrſt meinen Kummer durch deine Trotz und deine Unbeugſamkeit.“ 7„ 1*—


