2 328 Einundzwanzigſtes Kapitel.
—
ſei es, da der Mordverſuch vor ſeinem Zimmer ſtattgefunden⸗
das Allerbeſte, wenn ſich der Steinmann dorthin poſtire. Er nahm den Stadtſoldaten bei dieſen Worten am Arm, verſprach ihm, Geſellſchaft zu leiſten, und ſetzte leiſe hinzu: für einen guten kalten Punſch werde er ſchon ſorgen.
Da die ganze Hausbewohnerſchaft für die Idee des alten Herrn ſich ausſprach, dieſer auch für alle Fälle erklärte, er gehe heute Nacht unbedingt nur da hin, wo der Steinmann hin⸗ gehe, und ſei es ſelbſt auf die Polizei, ſo ſah ſich der Stadt⸗ ſoldat genöthigt, nachzugeben, und that dieß äußerlich mit vielem Anſtande und gutem Willen, innerlich aber voll Zorn und Bosheit.
Nun wurde das Haus mit ſämmtlichen in demſelben woh⸗ nenden Männern und Knaben über zwölf Jahre milttäriſch beſetzt, um den verſteckten Spitzbuben einzufangen. Im Hofe gieng eine beſtändige Patrouille von Vieren, bewaffnet mit Musketen und roſtigen Säbeln; an der Kellertreppe und an der Hausthüre ſtan⸗ den wenigſtens eben ſo viele, auf den Treppen ſaßen die beherz⸗ teſten der Weiber und Mädchen, um im Nothfalle Allarmzeichen zu geben, und vor ſeinem Zimmer auf dem erſten Stocke befand ſich der alte Herr mit dem Steinmann bei einem Glaſe kalten Punſches, und letzterer ſchielte mit ſeinem einen Auge beſtändig nach der Thüre, die zur Gallerie führte, und überlegte, ob es denn wirklich ſo halsbrechend ſei, auf dem alten Gerüſt in's Hin⸗ terhaus zu gehen, in dem Falle nämlich, daß der alte Herr und die übrige Einwohnerſchaft des Wachens noch vor Tagesanbruch müde würden und ihre Betten aufſuchten.
In dem Hinterhauſe hatten die beiden Bewohner die Ruhe auch nicht wieder gefunden, welche durch den Eintritt des Stein⸗ mann geſtört und unterbrochen worden war. Die Frau ſaß am


