Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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314 Einundzwanzigſtes Kapitel.

wähnte Gallerie führte und welche, von innen mit einem tüch⸗ tigen wollenen Vorhang bedeckt, keinen Lichtſtrahl in den Hof fallen ließ.

Das Zimmer wan klein, mit einer ärmlichen Eleganz möb⸗ lirt, das heißt, es befand ſich ein Sopha da, mit einem, einſtens roth geweſenen Plüſch überzogen, dazu Stühle mit anderfarbigen Stoffen, eine alte Commode, in der Ecke ſtand eine Guitarre, auf der aber ſämmtliche Saiten fehlten.

Anweſend war die Madame Müller ſelbſt, eine Frau in den Vierzigen, hoch gewachſen, mit einem verlebten Geſicht, das Spuren früherer Schönheit trug, und dieſe Frau paßte mit ihrem Anzuge, einem abgeſchabten ſchwarzſeidenen Kleide, zu der ärm⸗ lichen Eleganz des Zimmers.

Was gibt's ſo ſpät? fuhr ſte den Eintretenden an; nbiſt du wieder einmal auf der Flucht, oder was hat's ſonſt gegeben? was willſt du hier?

Bſt! ſagte der Mann und drückte die Thüre hinter ſich zu, worauf er ſich in das Sopha warf und die Frau mit einem frechen lachenden Blick anſah.

Nun, werd ich erfahren, was du hier willſt? ſagte dieſe und ſtemmte ihre kräftigen Arme in die Seite.

Thut doch nicht ſo unwirſch! es iſt ja gerabe ſo, als ob Ihr einen freſſen wolltet! wir haben ein Geſchäft vor, heute Nacht.

Ein Geſchäft? fragte Madame Müller und ließ die Hände herabſinken;Ras Per ein Geſchäft, Taugenichts?

Das wird ſich Alles finden, entgegnete der Andere; wo iſt die Anna?

Was geht dich die Anna an, Dummkopf! entgegnete