Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Thauwetter und Frühlings-Anfang.

und ließ noch zwei Schoppen Zwölfer einſchenken. Die Beiden ſtießen lächelnd an und wußten ganz genau, auf weſſen Geſund⸗ heit ſie tranken.

„Aber wie iſt es mit der anderen Geſchichte?“ ſagte das ſchäbige Individuum;„ich muß immer wieder daran denken.“

„Das ſchlagt Euch vor der Hand aus dem Kopf,“ ant⸗ wortete der Stadtſoldat:„was die Alte beſitzt, das hat ſtie gegen gute Sicherheit ausgeliehen, die läßt nie baar Geld bei ſich liegen.“

„Das weiß ich wohl,“ ſagte eifrig der Andere,„aber eben ſo genau weiß ich auch, daß ſte zweihundert Gulden baares Geld bei ſich hat. Woher ſte's hat, weiß der Teufel, aber heute Morgen, ehe ſie hieher ins Haus kam— ſie bügelt droben bei der Welſcher,— gieng ſie zu dem Commiſſionär in der Stein⸗ ſtraße, und als ſie heraus kam, trug ſte ein paar Rollen Geld in ein Sacktuch gewickelt; ich eilte ihr voraus und hörte, wie ſie auf der Treppe zu einer andern Büglerin ſagte, die ſie mit den Worten anſprach: Nun, Jungfer Kiliane, da hat Sie gewiß ein paar tauſend Goldſtücke?—„Ach, es ſind nur zwei⸗ hundert Gulden ſauer verdienten Geldes, ich will ſie auf die Sparkaſſe thun.“

„Ei, ei!“ ſagte der Steinmann, und dachte über etwas nach;„zweihundert Gulden, hm, das wäre nicht ſo übel, wenn wir Beiden die allein verdienen könnten! Kennt Ihr auch das Haus, wo die Kiliane wohnt?“

„Das will ich meinen, ſo ziemlich!“ lachte der Andere, mäßigte aber ſeinen Eifer, als er bemerkte, wie das Auge des Steinmann funkelnd und lauernd auf ihm lag.„Das heißt: ſo ziemlich! wollte ich ſagen,“ fuhr er fort:„es wohnt ja, wie Ihr wißt, die alte Müllere in demſelben Hauſe; ſie iſt meine Verwandte, und ich komme zuweilen hin.“