Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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26 3 Drittes Kapitel.

Laterne ſo lange zu ſchaffen habe; der Vater aber, der hinzu trat,

ſagte:Nun, das hört glücklicher Weiſe auf, die ganze S adt wird ſich freuen über das Gaslicht, das wir jetzt bekommen. Unterdeſſen gieng die Frau Welſcher ihrer Wohnung zu und hatte ein Geſpräch angeknüpft mit der Winklere, die nebenher hinkte, um an dem alten Kapuzinerkloſter ein Laterne anzuzünden. Wie geht's Eurer Kranken? ſagte die Waſchfrau,Ihr könnt morgen eine warme Suppe für ſte holen, was macht die Marie?. Ach, Ihr wißt ja noch nicht, Gott, das hab ich vergeſſen, entgegnete die Winklere und ſetzte Oelmaß und Laterne auf den Boden,Gott hab' ſie ſelig, die unglückliche Perſon! Sie iſt heute Mittag geſtorben, ich glaube an Entkräftung, denn mit ihrer Schwindſucht hätte ſie's noch ein paar Monate ausgehalten; ich hätt' es aber auch gewiß nicht früher ſagen dürfen, denn wenn der Steinmann erfahren hätte, daß ſte ſchon heute Mittag ge⸗ ſtorben ſei, ſo hätte er mir unbedingt den Lohn für den letzten Tag abgezogen. Die arme Perſon! ſagte die Frau Welſcher weich,und wo iſt das Kind?

Ja, das Kind, das hab' ich bei ihr laſſen müſſen; ich hab's bei ſeiner armen Mutter eingeſchloſſen.

Bei der Todten? fragte entſetzt die Waſchfrau.

Ich konnt's nicht anders machen, entgegnete die Winklexe, nes klammerte ſich an das Bett feſt und wollte ſeine Mutter durch⸗ aus nicht verlaſſen; hätt' ich es mit Gewalt hinweggenommen,

ſo hätte das Gezeter und Geſchrei des kleinen Mädchens die Nach⸗ barn aufmerkſam gemacht..

Aber was wollt Ihr heute Nacht machen? Frau;wo ſoll das Kind bleiben?

Ich will es in Gottes 9

fragte die

tamen in mein Stübchen nehmen und morgen ſehen, ob ſich mitleidige Seelen finden, die etwas für das Kind thun wollen.