Unter dem Stadtgraben. 21
Dies war das gewöhnliche Ende von dergleichen Scenen geweſen, und es hatten ſich die Weiber darauf ſtillſchweigend entfernt; heute aber, wo das lange Befürchtete ſo plötzlich über ſte hereingebrochen war, wo die armen, durchnäßten und frierenden Weiber den harten Winter vor der Thür ſahen, folgten ſie nicht dem gebieteriſchen Wink ihres ewigen Plagegeiſtes, ſondern ihre Thränen begannen reichlicher zu fließen und ihre Klagen übertönten das Geheul des Windes und den niederplätſchernden Regen in dem engen Hofe nebenan.
Leute, die durch das Gewölbe eilten, blieben einen Augen⸗ blick erſtaunt ſtehen und giengen dann raſch fort, als ſie den Stein⸗ mann gewahrten. Dieſer ſchnupfte heftig und wollte ebenfalls den Schauplatz ſeiner Thaten verlaſſen, als eine große ſtarke Frau, gefolgt von zwei Dienſtmädchen, die auf ihren Köpfen große Körbe mit Wäſche trugen, in das Gewölbe trat und erſtaunt bei den heulenden Weibern ſtehen blieb.:
Der Leſer aber ſoll im nächſten Kapitel erfahren, wer dieſe Frau war und was ſich weiter begeben.


