, Unter dem Stadtgraben.
Leute im Auge haben, welche die Laternen anzünden ſollen, ja, ja, ganz andere Leute, wie wir, und natürlich viel jünger und verſtändiger.“
„Schwätz, Sie kein ſo dummes Zeug!“ ſagte die erſte Stimme wieder,„das Gaſſenlicht iſt nicht, wie ſo verflucht's Maſchinenwerk; da bauen ſie draußen ein Gaſſenhaus, und in daſſelbe kommen graßeſaſchinen, wie in der Spinnerei drüben aͤm Bach, und ein großet Schornſtein daneben, und das arbeitet in einer Bertelſtunde alles das, wofür ſich alle Laternen⸗ Anzünderinnen Morgens und Abends zu plagen haben, ich ſage
Eich, dieſe Maſchine iſt unſer Unglück, und wo ſo ein Unrath
anfängt zu laufen und zu wuſelu, ollt man's gleich zerſchlagen.“ Eine dritte Stimme erhobeſſich jetzt ſchüchtern und wollte gehört haben, das Gaſſenlicht bekäme kein Oel, ſondern werde
E durch die Luft allein hervorgebracht,— eine Behauptung, über
deren Unhaltbarkeit und Lächerlichkeit ſämmtliche Weiber in ein gellendes Gellichter ausbrachen. „Luft, Luft?“ ſagte die erſte Stimme wieder;„wie man nur ſo dumm ſein kann und ſo etwas glauben! Wozu legen ſie denn dieſe dicken eiſernen Röhren? Wohl damit die Luft hin⸗ durch geht? eine eiſerne Röhre für die Luft! nun hör' mir einer n, ſo was hab' ich mein Lebtag nicht gehört. Ich will's Euch ſagen„was die Röhren bedeuten: Dieſe Röhren laufen in dem Gaſſenhaus alle in einem großen Keſſel zuſammen und dieſer große Keſſel iſt voll Oel, und da thut man nichts, als jeden⸗ Abend den Hahnen aufmachen und läßt das Oel in die Laternen laufen, und ſo braucht man Euch nicht mehr— verſtanden?“ „Bloß die Winklere allein,“ ſagte eine vierte Stimme mit krächzendem Ton,„dort kommt ſie zurück gehumpelt, bloß die wird beibehalten, und, wenn man ſie nicht als Wetterher brauchen kann, ſo darf ſie an dem noßen Oelhahnen ſitzen und ihn lang⸗ ſam aufdrehen.“ 8 „Spottet nur, ſagte die alte verhöhnte und ſetzte die


