Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

, Laterne ruhig auf den Boden.Ihr wißt Alle, daß ich ein ſo armes Weib bin, wie Ihr, die ihre paar Groſchen vom La⸗ ternenanzünden für ihr kümmerliches Leben ebenſo braucht und die ſonſt nichts hat.

Und die uns das Geſchäft verderbt, ſagte die erſte Stimme mit bitterem Tone,ja Winklere, Sie hätte uns doch das Ge⸗ ſchäft verdorben, wenn's der Teufel in den nächſten Tagen nicht ganz holen würde.

Ich, und womit denn?

Ja Sie! Hat Sie nicht durch Ihr Scharwenzeln und durch Ihre Bittgänge heraus geſchlagen, daß die nichtsnutzige Weibsperſon, die Marie, die Laternen in der hohen Gaſſe an⸗ zünden darf, und ſind wir dadurch nicht alle verſchimpfirt worden, und, ſagt nicht ſeit der Zeit der Stadtſoldat Steinmann, der, bei⸗ läufig geſagt, einſt in der Hölle in dem Oel braten wird, das er uns abgezwackt und dem Rathe geſtohlen, hat er nicht ſeit der Zeit geſagt, wir ſeien alle zuſammen liederliche Weibsbilder?

Ja, ja, das hat er geſagt! riefen mehrere Weiber;und ſobald wir entlaſſen ſind, ſetzte eine ſchrille Stimme hinzu, n kratze

ich ihnr ſein ſcheeles Auge aus. 7.

Und das iſt noch nicht Alles, ſagte die erſte Stimme, nietzt liegt die Marisſchon ein halbes Jahr zu Bett als Strafe für ihren fündhäften Lebenswandel, und was thut die Frau Wink⸗

lere, die hochmüthige Mama von dem hochmüthigen königlichen Stallkgecht? Anſtatt die Gelegenheit zu benutzen, um die Weibs⸗ perfon los zu werden, geht ſie her und verſieht die ganze Zeit den Dienſt der Marie. u Und iſt da was Böſes drinn? fragte die Winklere. Ci, nun ſeh' mir eins die Frage an! antwortete die An⸗ dere, was hat der Steinmann neulich geſagt? Er hat geſagt, 1 wenn er gewußt hätte, daß eine von uns zwei Stadtviertel verſehen önnte, ſe han⸗ man eigenilich nur die Hälfte von Lampen⸗ Anzünderinnen anzuſtellen gebraucht, und hat hinzugeſetzt, wenn