Teil eines Werkes 
6. Bd. (1860)
Entstehung
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im Sitzen erhalten... Ihre Lippen bebten; ihr Auge rollte; ihre Bruſt hob ſich; ſie hatte einen— Fluch auf der Zunge... Das ſahen alle.

Ihr Gatte betrachtete ſie mit gleicher Empfindung und maß den Antheil, den er aus ihren Beziehungen zur Mutter des Grafen Hugo vollkommen zu würdigen wußte... Er verſtand die Entrüſtung aus gleicher Geſinnung...

Dennoch ſtammelte Monika:

Faſt glaub' ich, man muß dem Manne nicht zu ſehr

zürnen!... Er wav vielleicht mehr ein Opfer, als ein Werkzeug!... Mehr konnte ſie nicht ſagen... Denn alles war

erſchreckt durch Armgart...

Dieſe ſtand wie wenn ſie eine Geiſterwelt um ſich ſähe... Nicht daß ſich ihr ſofort das Räthſel des Briefs enthüllte, nicht daß ſie ſofort verſtand, wie Terſchka nur gerade dieſe Laſt der Seele hatte abſchüt⸗ teln, deshalb convertiren wollen... ſie ſah nichts, als daß Terſchka für die Mutter aufhörte ein Mann zu ſein, aufhörte, verwirrend und beſtrickend in Frauen⸗ ſeelen einzugreifen... Ein Prieſter!... Erlöſt von einer Laſt, die von ihrem Herzen fiel, ſtieß ſie einen lauten Ton der Freude aus. Sie ſtürzte auf die Mutter zu.. Jetzt erſt, jetzt ſie wiedergewinnend, jetzt ganz an ſie glaubend, nachholend, was ſie an ihr verſäumt hatte, lichtumfloſſen nach ſo langer dunkler Irrung, umarmte ſie die Befremdete ſtürmiſch, küßte ihre Stirn, ihre Lip⸗ pen, ihre Hände, umfaßte ihren Leib und entfloh aus dem Zimmer...