Druckschrift 
Das Schloss von Coppet im Jahre 1807 : historische Novelle / aus dem Nachlasse der Gräfin von Genlis. Nach dem Franz. frei bearb. von C. G. Hennig
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Reſt des Tages entflog Athenais und dem Prinzen wie ein Traum, aber die Trennung am Abend war ſchmerz⸗ lich, denn ſie erinnerte an diejenige, die nur zu bald folgen wuͤrde, und Athenais beurlaubte ſich mit Thraͤnen in den Angen. Sie fand auf ihrem Zimmer einen großen Korb voll Kornblumen und Stiefmuͤtterchen, die der Expreſſe von Genf gebracht hatte, und Athe⸗ nais Kammerfrauen brachten einen Theil der Nacht damit zu, den fuͤr morgen beſtimmten weißen Ball⸗ anzug mit dieſen Blumen zu beſetzen.

Der Ball begann bereits des andern Tags fruͤh in einem gruͤn ausgeſchmuͤckten Gartenſaale. Die Verſammlung war glaͤnzend und zahlreich. Als Athe⸗ nais erſchien, erregte ihr geſchmackvoller Anzug und der Glanz ihrer Schoͤnheit allgemeines und ſich laut ausſprechendes Aufſehen; der bereits angefangene Tanz,

ward, wenn auch nicht unterbrochen, doch wenig⸗

ſtens, beſonders durch die abgezogne Aufmerkſamkeit der Taͤnzer, geſtoͤrt; das Erſtaunen und die Bewun⸗ derung erlaubten nicht, auf die Touren zu merken, und den Takt der Muſik zu beobachten, alle Taͤnzer hatten nur Augen fuͤr Athenais, vergaßen ihre Pas, waren zerſtreut, und kamen aus dem Takt, und durch den ganzen Saal hoͤrte man nichts, als den halb lauten Ausruf!...Wie ſchoͤn, wie reizend iſt ſie!