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Das Schloss von Coppet im Jahre 1807 : historische Novelle / aus dem Nachlasse der Gräfin von Genlis. Nach dem Franz. frei bearb. von C. G. Hennig
Entstehung
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ren beide unwillkuͤrlich zuſammen, und ſchritten gleich⸗ ſam maſchinenmaͤßig langſamer vorwaͤrts, um den ban⸗ gen Augenblick der Trennung noch um einige Secunden zu verzoͤgern.... und aus Furcht ihren Schmerz noch zu vergroͤßern, faßten beide in ihrem Innern den Ent⸗ ſchluß, alle Ausbruͤche deſſelben zu unterdruͤcken. End⸗ lich kamen ſie bei dem Baume an, die zitternde Athe⸗ nais ſettzt ſich, oder ſinkt vielmehr auf die Moosbank.... In dieſem Augenblick faͤllt ihr der Blumenkranz, den ſie vom Grabe des Einſiedlers mitgenommen hatte, aus den Haͤnden und zu des Prinzen Fuͤßen, welcher ihn ſogleich aufhebt, und an ſeine Bruſt druͤckt.

Theure Athenais, ſagte er, mit gebrochener Stim⸗ me,zuͤberlaſſen Sie mir dieſen in einem Schmerzgefuͤhl gewundenen, und von ſo frommen Haͤnden aufgehobe⸗ nen Kranz; er ſollte die Gruft eines treuen und ungluͤckli⸗ chen Geliebten zieren, ſeine Beſtimmung wird erfuͤllt werden; ich werde ihn mit der reinſten Zaͤrtlichkeit, ſo lange ich lebe, aufbewahren, und nach meinen Tode ſoll er mit mir in den Sarg gelegt werden... Athe⸗ nais beſuchen Sie dann und wann dieſen Baum, er ſey Ihnen theuer, als Zeuge meines Schmerzes und meines Grams, und die in ſeine Rinde gegrabenen inhalts⸗ſchweren Worte:Schmerz und Treue, beruͤhre zuweilen ihr ermattetes Haupt!