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Das Schloss von Coppet im Jahre 1807 : historische Novelle / aus dem Nachlasse der Gräfin von Genlis. Nach dem Franz. frei bearb. von C. G. Hennig
Entstehung
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duͤrfe. An dieſem fuͤr ihn ſo feierlichen Tage ſtattete der Einſiedler jaͤhrlich ſechs junge Maͤdchen aus, denen er auch die Hochzeit ausrichtete. Uebrigens machte er fuͤr ſeine Perſon nicht den geringſten Aufwand; aber man wußte von ſeinem Wechsler, daß er reich ſey, auch bewies dies die unzaͤhlige Menge Armen die er auf das Neichlichſte unterſtuͤtzte. So verlebte er in Genf zwanzig Jahre. Man war allgemein der Mei⸗ nung, daß der Verluſt einer geliebten Perſon, eben als er ſich mit ihr verbinden wollte, der eigentliche Grund zu dieſer frommen und ſonderbaren Lebensweiſe ſey, und daß der Gegenſtand ſeines ſo anhaltenden Schmerzes den Namen Thereſia gefuͤhrt habe. Auch nach dem Tode des Einſiedlers hielt man ſeine Kapelle und ſeine Einſiedelei, welche Letztere mit ruͤhrenden, von ſeiner Hand in dem von ihm bewohnten Gemach angebrachten Inſchriften angefuͤllt war, in Ehren. Die Thuͤre zur Kapelle ſtand beſtaͤndig offen, denn ſie enthielt keine Kirchengefaͤße und man fand hier blos das Grab des Einſiedlers, ein Crucifix und einen ſchmuckloſen Altar. Die im Canton wohnenden Ka⸗ tholiken verrichteten hier oͤfters ihre Andacht. Waͤh⸗ rend der ſchoͤnen Jahreszeit war das Grab mit Kraͤnzen, Guirlanden und Straͤußern aus Feldblumen bedeckt, weelche die einſt von ihm ausgeſtatteten Baͤuerinnen, 8