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Das Schloss von Coppet im Jahre 1807 : historische Novelle / aus dem Nachlasse der Gräfin von Genlis. Nach dem Franz. frei bearb. von C. G. Hennig
Entstehung
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Knie vor ihr nieder, ergreift ihre zitternde Hand, druͤckt ſie feſt an ein Herz, ſpringt dann mit einem Male heftig empor und ruft mit gebrochener Stimme:

Lebe wohl, Athenais! Lebe wohl! und entfernt ſich mit ſchnellen Schritten.

Athenais zerfloß in Thraͤnen, und eilte auf ihr Zimmer, wo ſie ſich einſchloß:O Gott, rief ſie aus, ſo iſt denn Alles vorbei! ich werde ihn nie wieder⸗ ſehen!..... Er reiſt ab, wahrſcheinlich heut noch!... Er iſt alſo nur hierher gekommen, um die Buͤrde ſeines Ungluͤcks noch zu erſchweren! Ich habe ſeinen Kummer nur vermehrt!.. Ach!.. Beide ſind wir unſeres Va⸗ terlandes beraubt, beide ſtehen wir einzeln und leidend da eine und dieſelbe Hand iſt die Schoͤpferin unſerer Qualen, da ſchien das Schickſal gleichſam geruͤhrt durch die traurige Gleichheit unſerer Leiden uns einan⸗

der naͤhern zu wollen, um uns gegenſeitig zu troͤſten:

aber ploͤtzlich erwachte von Neuem ſein alter Groll und die kurzen mit einander verlebten Augenblicke mußten nur dazu dienen, uns noch ungluͤcklicher zu machen!... Haͤtte ich ihm wenigſtens alle meine Gefuͤhle ausdruͤcken koͤnnen. Er kennt meine Grundſaͤtze, aber mein Herz kennt er nur unvollkommen!... Dieſe trau⸗ rigen Betrachtungen waren von einer Thraͤnenfluth begleitet. Nach Verlauf von drei Viertelſtunden hoͤrt