„Mich!“—
„Ja der Kaiſer hat ſich mit mir waͤhrend zwei Stunden blos von Ihnen unterhalten.“
„Dies iſt mir befremdend.““
„Und, Sie koͤnnen hinzufuͤgen, hoͤchſt ehrenvoll. Der Kaiſer hat von Natur ein Gefuͤhl von Verachtung gegen das weibliche Geſchlecht, aber auf Sie hat er in einem Tone von Achtung und Bewunderung, eine wahre Lobrede gehalten. Ihr Ruf, Ihr Geiſt, Ihre Beſcheidenheit, Alles, bis auf den Ton Ihrer Stimme hat ſeine lebhafteſte Theilnahme erregt. Uebrigens bin ich bei dieſer Unterredung nicht ſtumm geweſen, und ich verſichere Ihnen, er hat mich mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit angehoͤrt....“
Hiier ſchwieg Fouché. Er erwartete einige drin⸗ gende Fragen, einige unwillkuͤrliche Zeichen von Freude und Gemuͤthsbewegung; aber das natuͤrliche Gefuͤhl der Unſchuld und Reinheit ſieht zuweilen ſchaͤrfer, als der Spaͤherblick der Liſt und der Erfahrung. Athenais ahnte dunkel die Abſichten und die Plaͤne des ſchlauen Miniſters. Sie antwortete nichts, und Fouché be merkte in ihren Zuͤgen nur eine eiskalte Unbeweglichkeit; denn dieſe Zuͤge ſind ſo mild, daß ſelbſt die Verachtung ſich in ihnen nur durch Kaͤlte ausdruͤckt. Nach einem kurzen Schweigen, hoffte der in Verlegenheit geſetzte . 7


