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„Dies Gemaͤlde hat viel zu viel Schatten. Lu⸗ cian beſitzt viele Vorzuͤge des Herzens, Geiſt, gelaͤu⸗ terten Sinn fuͤr die Kunſt, und nie hat eine ſchlechte Handlung ſein Leben befleckt.“
„Sie werden viel zu thun bekommen, gnaͤdige Frau, wenn Sie die Vertheidigung aller derjenigen, die in Sie verliebt ſind, uͤbernehmen wollen. Aber erlauben Sie, daß ich jetzt auf die wahre Veranlaſſung zu meinem Beſuch komme. Ich will Ihnen einen Beweis von Vertrauen geben, darf ich auf das Ihrige rechnen?“
„Es wuͤrde Ihnen nutzlos ſeyn: Sie wiſſen Alles, ohne daß man Ihnen etwas vertraue. Man kann Sie wohl um Verſchwiegenheit bitten; aber die Freund⸗ ſchaft ſelbſt iſt der Muͤhe uͤberhoben Ihnen ein Ge⸗ heimniß zu offenbaren.“
„Keine menſchliche Gewalt giebt uns den Schluͤſſel zu den Herzen, und ich moͤchte vor allen andern in dem Ihrigen leſen.“
„Es hat keine Geheimniſſe, ich werde Ihnen mit aller Offenheit antworten. Nun dann!—
„Wiſſen Sie alſo, daß ich eine lange Unterredung mit einer hohen Perſon gehabt habe, und daß dieſe blos, Sie, gnaͤdige Frau, zum Gegenſtand gehabt hat.“


