— 36—
von Stael ſitzen. Mitten unter dieſen mit andern Dingen beſchaͤftigten Perſonen befand er ſich gewiſſer Maßen mit ihr unter vier Augen, was ihm ſehr er⸗ wuͤnſcht war. Es entſpann ſich nun zwiſchen ihnen ein leiſes Geſpraͤch, was der Prinz mit Fragen uͤber alle anweſende Perſonen begann, um die er ſich im Grunde ſeines Herzens nur wenig oder gar nicht be⸗ kuͤmmerte; als er ſie ſaͤmmtlich die Muſterung hatte paſſiren laſſen, ohne viel auf die Antwort zu merken, fuͤhlte er ſelbſt, daß es doch unnatuͤrlich ſey, ſich den Schein geben zu wollen, als ob man die merkwuͤrdigſte unter allen vergeſſen habe, und daß er durch dieſe Art von Vernachlaͤſſigung ſein Gefuͤhl am aller erſten ver⸗ rathen muͤſſe. Es war ihm unmoͤglich, den Namen Athenais auszuſprechen; ſchweigend und in hoͤchſter Verlegenheit ſahe er Frau von Stael an. Die Gei⸗ ſtesgegenwart vermag wohl dasjenige zu verbergen, was unſern Kopf und unſere Einbildungskraft beſchaͤf⸗ tigt, aber ſelten iſt ſie geſchickt genug, die Bewegungen des Herzens zu verſchleiern. Die auf den Prinzen gehefteten großen und durchdringenden Augen der Frau von Stael ſetzten ihn in eine Art von Beſtuͤrzung. Er wußte nicht, wie er es anfangen ſollte, um dieſe Unterhaltung fortzuſetzen, als ploͤtzlich in der Gallerie die kreiſchende Stimme des Herrn von Schlegel er⸗


