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Laͤchelnd las Athenais dies Briefchen, ihre Ant⸗ wort lautete: 4 „Ich ſehe wohl, daß die Eigenliebe ein mehr erfin⸗
„deriſcher als ſcharfſinniger Ausleger iſt.“
Seymour erwiederte, daß ihn nichts in der Welt von ſeiner erſten Deutung abwendig machen, und daß ſeine Beharrlichkeit bis in die Gruft dauern werde. So endigte ſich dieſer Abend.
Des andern Morgens kuͤndigte Frau von Stael der Geſellſchaft als eine wichtige Neuigkeit die Ankunft des jungen Prinzen Friedrichs von Preußen auf dem Schloſſe an. Dieſer Prinz war fuͤnf Monate fruͤher in der Schlacht bei Eylau zum Gefangenen auf Ehren⸗ wort gemacht worden. Er hatte ſich in Metz und Soiſſons aufgehalten, und da ihm die Erlaubniß er⸗ theilt worden war, durch die Schweiz nach Italien zu gehen, ſo ſtattete er, bei dieſer Gelegenheit der Frau von Stael, welche er in Berlin hatte kennen gelernt, ſeinen Beſuch ab. Dieſe Nachricht machte auf die in der Geſellſchaft befindlichen Frauen einen ſehr angeneh⸗ men Eindruck, ſie fuͤhlten eine lebhafte Theilnahme fuͤr dieſen jungen Prinzen, deſſen glaͤnzende Tapfer⸗ keit, ſo wie ſein Ungluͤck und der ſchoͤne Name Friedrich von Preußen, ihre Einbildungskraft mit erhabenen und romantiſchen Ideen erfuͤllten. Dieſer Eindruck


