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welchem Herr von Schlegel eine ganze poetiſche und literariſche Theorie uͤber dieſen Gegenſtand entwickelte; aber bei dieſer Veranlaſſung ſetzte er auf eine hoͤchſt ungerechte Weiſe das ganze in Frankreich angenom⸗ mene dramatiſche Syſtem herab. Niemand, ſelbſt Frau von Stael nicht ausgenommen, war der Mei⸗ nung des Herrn von Schlegel, nun wurde er ernſtlich boͤſe und aͤußerte gegen Frau von Stael: er ſich muͤſſe ſehr wundern, daß ſie eine Meinung beſtreite, die ſie in einem ihrer Werke ſelbſt aufgeſtellt habe.“
„In der That erwiederte Frau von Stael laͤ
chelnd, ich waͤre wohl nicht der erſte Schriftſteller, der, im Vertrauen auf ſeinen Scharfſinn, der Verſu⸗ chugn unterlegen haͤtte, einen parodoxen Satz zu be⸗ haupten.“ Waͤhrend jetzt Herr von Schlegel ſich zu
einer bittern Gegenbemerkung anſchickte, bat Herr von
Sabran um die Erlaubniß, ein wenig Abwechſelung in dieſe Unterhaltung durch eine kleine Anecdote zu brin⸗ gen, die er einſtmals von dem Ritter von Boufflers habe erzaͤhlen hoͤren*) „In den erſten Regierungsjahren Ludwig XV. gal⸗ ten die Marſchallin von Luxemburg und die Graͤfin 3
*) Die Anecdote iſt wahr.


