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Das Schloss von Coppet im Jahre 1807 : historische Novelle / aus dem Nachlasse der Gräfin von Genlis. Nach dem Franz. frei bearb. von C. G. Hennig
Entstehung
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Egmont fuͤr die zwei ſchoͤnſten Frauen am Hofe; die erſte war lebhaft, geiſtvoll und bezaubernd; die zweite ſchoͤn, aber es fehlte ihr an Geſchmack. Bei einem großen Hoffeſte erſchien die Graͤfin in einem praͤchtigen, aber auffallenden Anzug, den man laͤcherlich fand, und alle Anweſende waren der Meinung, daß dieſer ge⸗ ſchmackloſe Anputz ſie bis zum Unkenntlichwerden ver⸗ unſtalte. Nur die Marſchallin von Luxemburg be⸗ hauptete, daß das Kleid allerliebſt ſey, und gerade ſeine Eigenthuͤmlichkeit das Gefaͤllige deſſelben erhoͤhe. Man betrachtete ihr Lob als einen feinen Spott; aber an einem, zwei Tage ſpaͤter ſtattfindenden, Hofball war man nicht wenig erſtaunt, die Marſchallin gerade in einem ſolchen Anzug erſcheinen zu ſehen, welcher zwei Thge zuvor einen ſo uͤbeln Eindruck gemacht hatte. Man umringt die Marſchallin, man betrachtet ſie von allen Seiten, man erklaͤrt, daß man ſich geirrt, daß man den Anzug ganz falſch beurtheilt habe, daß er in der That ganz allerliebſt ſey. Indeſſen war das fruͤ⸗ here Urtheil nichts weniger als falſch, und nur die Grazie der Marſchallin hatte dieſen geſchmackloſen An⸗ zug gehoben.... Hier endigte Herr von Sa⸗ bran ſeine Erzaͤhlung, indem er ſeine Blicke auf Frau von Stael heftete. Alles lachte, und Herr von Schle⸗ gel, der ſich von der Anwendung nicht das Geringſte