Herrn Benjamin Conſtants, dem Paradoxen des Herrn von Schlegel, den Anecdoten des Herrn von Sabran, der anziehenden Naivitaͤt und der feinen und geiſtvol⸗ len Grazie Athenais, flogen die Stunden mit einer unbegreiflichen Eile dahin.““
In dieſem traulichen Kreiſe uͤberließ ſich Frau von Stael allen Eigenthuͤmlichkeiten, und der ganzen Be⸗ weglichkeit ihrer kuͤhnen und fruchtbaren Einbildungs⸗ kraft; es machte ihr Vergnuͤgen, die verſchiedenartigſten Gegenſtaͤnde aufzufaſſen, und dann wieder fahren zu laſſen, und durch die Ueberlegenheit ihres Geiſtes zu⸗ weilen Meinungen zu unterſtuͤtzen, deren ſchwache Sei⸗ ten ſie mit dem lieblichſten Zauber ihrer Rede zu ver⸗ huͤllen wußte. Oefters traf es ſich, daß Herr von Schlegel, der ſich noch immer nicht an die Biegſamkeit eines ſo ſchnellen Geiſtes gewoͤhnen konnte, dem Flug ihrer Gedankenreihe nicht zu folgen vermochte, und an dem Punct haften blieb, von welchem der Streit ausgegangen war. Dann glaubte er auf eine paradoxe Behauptung zu ſtoßen, die er voraus zu ſehen nicht Zeit genug gehabt hatte, und machte ſich fertig, Frau von Stael zu antworten, welche unterdeſſen ihre An⸗ griffe und ihre Vertheidigung auf eine ganz andere Seite hingerichtet hatte. So erhob ſich gerade an die⸗ ſem Tage ein großer Streit uͤber die Einheiten, in


