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„Fehl geſchoſſen! Dies waͤre eine kalte und lang⸗ weilige Unterhaltung. Nein, man geht hierbei ganz anders zu Werke: Jedermann nimmt an einer gro⸗ ßen runden Tafel Platz, auf welcher ſich Federn, Papier und Dintenfaͤſſer befinden. Nun ſchreibt man eine Menge Billets„die man dem Gegenſtand, an wel⸗ chen ſie gerichtet ſind, zuſchiebt, oder zuwirft, und er⸗ haͤlt ſogleich Anwort darauf.“
„Dies iſt fuͤr Liebeserklaͤrungen ſehr bequem.“
„Sie begreifen wohl, daß dieſe Correſpondenz zu keinem andern Behuf benutzt wird. Oefters ſchrei⸗ ben zwei, in eine und dieſelbe Perſon Verliebte, zaͤrt⸗ liche Billets, die zu gleicher Zeit abgegeben werden; die Antworten kreutzen ſich, und man kann in den Zuͤgen ſeines Nebenbuhlers leſen, wie die ſeinige lautet.“
Bei dieſen Worten Werners ſchlug die Schloßuhr Vier. Man ſpeiſte erſt um ſechs Uhr, aber Werner vermuthete, daß in dem Saale bereits Geſellſchaft an⸗ weſend ſeyn wuͤrde, und ſo verfuͤgten ſie ſich dahin. Frau von Stael und Athenais erſchienen erſt in dem. Augenblicke wo man ſich zur Tafel ſetzte. Dieſe zog ſich wegen der Lebhaftigkeit der Unterhaltung, wie ge⸗ woͤhnlich, ſehr in die Laͤnge, unter der Beredſamkeit der Frau von Stael, den geiſtvollen Bemerkungen des


