nn Z en Adolph Worte, verwiſcht durch Thränen, welche das Papier benetzt hatten. Nun kam er auf den Gedanken, man habe Caliſten entführt; die Liebe eines eiferſüchtigen Ty⸗ rannen halte ſie in Feſſeln; das undurch⸗ dringliche Geheimniß, welches ihn ſo unglück⸗ lich mache, werde ihr zur ſtrengſten Pflicht gemacht, und ſie müſſe jeden ihrer Briefe zeigen, weßwegen ſie ihm keine Mittel ent⸗ decken könne, ihr zu antworten. Der Marquis
machte den Einwurf, daß ein Liebhaber von
ſo heftigem Charakter, ein gewaltſamer Ent⸗ führer und Räuber ihr gewiß nicht einen ein⸗ zigen Brief geſtatten würde. Überdieß würde Caliſte, die keiner Lüge fähig ſey, nicht ſo ſehr den Frieden und die tiefe Ruhe ihres Zufluchtsorts preiſen, wenn ſie in der Ge⸗ walt eines unbändigen, aller Grundſätze ſpot⸗ tenden Deſpoten wäre.„Aber,“ entgegnete Adolph,„warum ſucht ſie ſich ſo ſorgfältig zu verbergen? Würde ſie mir verbiethen, Briefe mit ihr zu wechſeln, wenn ſie es thun könnte, ohne mir ihren Zufluchtsort zu entdecken.“ »Wenigſtens kannſt du deutlich wahrneh⸗


