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Die That einer Nacht : Roman / von Elisabeth C. Gaskell
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aber wünſchte er das Weſen, das er ſeinem Ehrgeiz ge⸗ opfert hatte, umſonſt wieder beleben zu können.

Der Fiſch wurde dampfend wieder aus der Küche ge⸗ bracht; er ließ ihn jedoch unberührt, und obwohl er ſchein⸗ bar die Times las, konnte er doch keinen Buchſtaben genau erkennen. Seine Frau fuhr indeſſen mit ihren Klagen über den unzeitigen Beſuch fort, deren wirklichen Namen er ihr verſchwiegen hatte, um eine mögliche ſpätere Wieder⸗ erkennung zu vermeiden.

Als Ellinor an jenem Nachmittage in Mr. Johnſon's Haus in Hellingford eintrat, traf ſie Miß Monro daſelbſt und erfuhr, daß dieſe ihr beinahe nach London gefolgt wäre. Die alte Dame küßte und liebkoſte ihren wieder⸗ gewonnenen Liebling eine Weile, ehe ſie deutlich genug reden konnte, um ihr zu ſagen, der Canonicus Livingſtone ſei unmittelbar nach ſeiner Rückkehr in Eaſt⸗Cheſter bei ihr geweſen und habe ſie zu der Reiſe nach Hellingford ver⸗ anlaßt. Sie geſtand anfangs nicht, daß er ſie hierher be⸗ gleitet habe; denn Sie fürchtete ſich etwas vor Ellinor's Unwillen. Allein Ellinor hatte ſich in jeder Beziehung verändert. 5

Wie blaß Du ausſiehſt, Nelly! ſagte Miß Monro. Du biſt gewiß zu ſchnell und zu viel gexeiſt, liebes Kind.

Ich habe Kopfweh! ſagte Ellinox matt.Aber ich muß noch ins Schloß, um meinem armen Dixon zu ſagen, daß er begnadigt iſt. Ich bin gar zu müde. Bitten Sie doch Mr. Johnſon, daß er mir die Erlaubniß verſchafft,

Dixon zu ſehen. Er weiß ſchon, was ich meine.

Sie ſelbſt warf ſich auf das Bett mit den ſchweren

blauen Vorhängen. Miß Monro erfüllte ihre Bitte;

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