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Reue und Bedauern, theils eine gewiſſe Spannung, wie das Zuſammentreffen zwiſchen Ellinor und Lady Corbet wohl ablaufen würde; allein er ſprach ganz klar über den vorliegenden Gegenſtand und gab keine äußern Anzeichen der Zerſtreutheit. Ellinor antwortete:
„Ich kam, um Ihnen eine Thatſache mitzutheilen, die, ſo viel ich weiß, jedem Richter in Vertrauen und unter dem Siegel der Verſchwiegenheit mitgetheilt werden kann, näm⸗ lich, daß Abraham Dixon nicht der Mörder iſt.“
Sie hielt inne und ſchluchzte ein wenig.
Der Richter blickte ſie ſcharf an.
„Alſo Sie wiſſen, wer der Mörder war?“ ſagte er.
„Ja“, erwiderte ſie mit leiſer ruhiger Stimme und ſah ihm gerade ins Geſicht mit traurigem, feierlichem Aus⸗ druck.
Die Wahrheit ward ihm plötzlich klar. Er bedeckte ſeine Augen und ſprach einige Minuten kein Wort; dann ſagte er, ohne aufzublicken, mit heiſerer Stimme:
„Alſo dieſes war die Schande, von der Sie mir vor Jahren ſagten?“
„Ja“, ſagte ſie.
Beide ſaßen völlig bewegungslos und ruhig. In dieſer Stille drang eine helle ſcharfe Stimme durch die Flügel⸗ thür bis zu ihnen.
„Nehmen Sie den Fiſch herunter und ſagen Sie dem Koch, er ſolle ihn für den Herrn warm ſtellen. Es iſt zu ärgerlich, daß die Leute ihn auch hier ſtören müſſen, als hätte er nicht ſeine beſtimmten Geſchäftsſtunden in ſeiner Amtsſtube.“
Er ſtand eilig auf und ging in das Speiſezimmer, hatte


