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Die That einer Nacht : Roman / von Elisabeth C. Gaskell
Entstehung
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211 rung an die glücklichen Tage ihrer Jugend und an die eine entſetzliche Nacht ſtand zu lebhaft vor ihrer Seele. Es war ihr, als hörte ſie den Schritt ihres Vaters, ſeinen Athem und das Knittern der Zeitung in ſeiner Hand. Endlich holte ſie ihren kleinen Schreibkaſten, ſuchte ſich die Andenken ihrer geliebten Verſtorbenen daraus hervor und beſah ſich jeden einzelnen Gegenſtand lange Zeit.

Ob dieſer Brief mir nicht nützlich ſein könnte? fragte ſie ſich, als ſie den Brief ihres Vaters wieder in ſeinen Behälter zurücklegen wollte. Sie las die letzten Worte wieder durch:Von meinem Sterbebett beſchwöre ich Sie, ſeien Sie Ellinor's Freund; ich will Ihnen auf den Knien Alles abbitten

Ich will den Brief mitnehmen, dachte ſie. Vielleicht brauche ich ihn nicht vorzuzeigen; ich habe ja ſo Wichtiges mitzutheilen. Da aber Alles ſo verändert, ſo gänzlich aus⸗ gelöſcht iſt zwiſchen uns Beiden, ſo habe ich mich des In⸗ halts nicht zu ſchämen. Vielleicht denkt er doch in Zukunft beſſer von dem lieben armen Vater, wenn er deſſen tiefe Zerknirſchung erkennt, obgleich er einſt im Zorne von ihm ſchied.

Ellinor nahm nach einiger Ueberlegung den Brief mit nach der Wohnung Corbet's.

Ihre Nerven waren ſo überreizt, daß ſie hätte laut auf⸗ ſchreien mögen, als der Kutſcher in Hyde⸗Park Gardens hielt und mit Geräuſch an die Hausthüre klopfte. Sie ſtieg ſchnell aus, noch ehe dieſelbe geöffnet worden war, und blieb zitternd vor dem Hauſe ſtehen.