Sie erreichte London gegen Abend und fand unter⸗ wegs die nöthige Zeit, ſich ihre Schritte zu überlegen; leider hatte ſie jedoch vergeſſen, Mr. Johnſon nach Cor⸗ bet's Adreſſe zu fragen. Wahrſcheinlich hätte er ihr deſſen Geſchäftsbureau angeben können, während ſie im Adreß⸗ buch des Hotels, nur ſeine Privatwohnung, Hyde⸗Park Gardens 128 verzeichnet fand. Sie klingelte.
„Kann ich einen Boten nach Hyde⸗Park Gardens ſchicken?“ fragte ſie eilig. Ich möchte wiſſen, ob Richter Corbet zu Hauſe iſt, denn in dieſem Fall muß ich ihn ſprechen.“
Der Kellner ſchien erſtaunt und bat um Ellinor's Karte, um die Anfrage zu motiviren; ſie wünſchte jedoch den Richter unvorbereitet zu treffen und ſofort den Haupt⸗ gegenſtand zu berühren.
Während ſie noch unruhig im Zimmer auf⸗ und ab⸗ ging und ſich auf die Unterredung vorbereitete, kehrte der Kellner ſchon mit der Antwort zurück.
„Der Bote war in Hyde⸗Park Gardens, Madame; der Richter und Lady Corbet ſind zu Tiſche geladen.“
Lady Corbet! Sie wußte ja nur zu wohl, daß er ver⸗ heirathet ſei; hatte ſie nicht der Trauung im Dome von Eaſt⸗Cheſter beigewohnt? Alllein die letzten Ereigniſſe hatten ſie ſo ſehr in die Vergangenheit zurückverſetzt, daß die beiden engverbundenen Namen, Richter und Lady Corbet, ſie aus einem Traume zu erwecken ſchienen.
„Es iſt gut“, ſagte ſie;„laſſen Sie mich morgen früh um ſieben Uhr wecken und beſorgen Sie mir um acht Uhr einen Fiaker, um nach Hyde⸗Park Gardens zu fahren.“ Sie brachte die Nacht ſchlaflos zu, denn die Erinne⸗


