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Die That einer Nacht : Roman / von Elisabeth C. Gaskell
Entstehung
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Menſchen, gelegentlich den Fremden vorſtellten, war ihr unbegreiflich; dieſe Menſchen waren ja gar nicht im Stande, die Talente und die künſtleriſchen Anſchauungen zu würdigen, welche ſie ſo hoch an ihrem Manne ſchätzte. Sie überſah, daß Edward bei dieſen Gelegenheiten nicht nur mit hochgeſtellten, ſondern auch mit geiſtig bedeutenden Männern verkehrte, daß ſeine Gabe als glänzender Tiſch⸗ redner zur Geltung kam, ſobald er nach einigen Gläſern das Gefühl ſeiner untergeordneten Stellung verloren hatte; ſie vergaß, daß ſelbſt reiſende Staatsmänner aus London, bedeutende Schriftſteller und Leute, deren Lebensaufgabe es iſt, bei Tiſche witzig und geiſtreich zu ſein, ihrem Manne mit Bewunderung zuhörten, wenn ſie während ihres Be⸗ ſuches auf den Landſitzen der Grafſchaft mit ihm zuſammen⸗ trafen. So ſtolz ſie auf dieſe Erfolge war, ſo hätte ſie ihn doch gern vor Genüſſen gewarnt, welche ihn zu unüber⸗ legter Verſchwendung verleiteten. Schon hatte er begon⸗ nen, nicht nur für geiſtige Genüſſe, obgleich dies auch nicht zu rechtfertigen geweſen wäre, ſondern auch für rein mate⸗ rielle Dinge große, ſeine Mittel überſteigende Summen auszugeben. Seine Weine, ſeine Tafel ſollten Alles über⸗ treffen, was die Nachbarſchaft zu bieten vermochte; ſeine ſeltenen aber ausgeſuchten Diners, von einem italieniſchen Koche bereitet, ſollten ſelbſt von Londoner Kennern bewun⸗ dert werden. Laeticia mußte ſich ſeinem Wunſche gemäß in die ſchönſten Stoffe kleiden, die feinſten Spitzen tragen. Schmuck, meinte er, überſteige ſeine Mittel; allein um ſo größer waren die Summen, welche Laeticig's Spitzen koſteten. Der ſchönen Frau, welche zuvorkommendes Be⸗ nehmen und guten Geſchmack von ihrem Vater in hohem