lich ſein, Läticia aber, die mit inniger Liebe an ihrem Gatten hing, fühlte ſich dadurch tief gekränkt. Sie war ſich der geiſtigen Ueberlegenheit deſſelben über ihre Vettern, die jungen Holſter, vollkommen klar; ſie bemerkte wohl, daß letztere die Pferde ihres Mannes ritten, ſeine Weine tranken, aber nichtsdeſtoweniger ihres Vaters Beiſpiel folgend, über Edward's Beruf als Notar ſpotteten. Lae⸗ ticia wünſchte ihren Mann ganz fern von der adligen Ge⸗ ſellſchaft der Grafſchaft zu halten, und hoffte, er werde mit der Zeit nur bei ihr, im häuslichen Kreiſe, in ihrer pracht⸗ vollen Bibliothek oder in ihren reizenden, mit Bildern und Statuen geſchmückten Salon Erholung ſuchen und finden.
Vielleicht wäre dieſe Anforderung allen Männern gegenüber eine zu große geweſen, von Edward aber, der ſich ſeiner geſelligen Begabung wohl bewußt war und überhaupt Geſelligkeit liebte, war es offenbar zu viel ver⸗ langt. Geſelligkeit und Bewirthung waren für Edward gleichbedeutend; obwohl er kein Freund vom Weine war, ihn jedoch trinken mußte, liebte er es doch, für einen Wein⸗ kenner zu gelten. Ungefähr um dieſe Zeit ſtarb ſein Vater als glücklicher Greis. Er hinterließ ſeine Geſchäfte im beſten Zuſtande und ſchied, geliebt von ſeinen ärmern und geachtet von ſeinen reichern Nachbarn, mit ruhigem Ge⸗ wiſſen und zufriednem Herzen von Sohn und Schwieger⸗ tochter, welche mit innigſter Liebe an ihm gehangen hatten.
Läticia's Wunſch wäre geweſen, von nun an ganz nur ihrem Manne und ihren Kindern zu leben; aber Edward bedurfte täglich der geſelligen Anregung mehr und mehr. Wie er von Leuten Einladungen annehmen mochte, die ihn als den Notar Wilkins,„einen ganz gemüthlichen


