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Die That einer Nacht : Roman / von Elisabeth C. Gaskell
Entstehung
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Grade geerbt hatte, ſtanden dieſe Koſtbarkeiten trefflich zu Geſichte. Durch die unbeſchreibliche Anmuth ihrer Be⸗ wegungen und ihrer Haltung ſchien ſie für den Verkehr mit der großen Welt, auf deren Beifall ſie jedoch gar wenig Werth legte und welcher ſie ſo früh entriſſen werden ſollte, wie geſchaffen.

Edward verließ ſie, als er eines Morgens auf ſeine Schreibſtube ging, wohl und munter; um die Mittags⸗ ſtunde rief ihn ein Bote, vor Eile zitternd, plötzlich nach Hauſe. Dort angekommen, fand er ſeine Frau ſchon keines Wortes mehr mächtig, nur ihre Blicke ſprachen noch die leidenſchaftlichſte Sehnſucht nach ihm aus, den ſie ja über Alles geliebt hatte; ſprachlos kniete er neben ihrem Lager nieder. Als ſie ihr Leben in den letzten Athemzügen aus⸗ gehaucht hatte, lag er noch immer regungslos vor ihr. Sein älteſtes Töchterchen Ellinor wurde herbeigeholt, in der Erwartung, der Anblick des Kindes werde ihn aus ſei⸗ ner Erſtarrung reißen; doch ſchrecklich war der Eindruck, welchen die blaſſe, regungsloſe Mutter auf das Kinderge⸗ müth hervorbrachte.

Mama, Mama! rief die Kleine in unbeſchreiblicher Angſt; doch als die Mutter ſich nicht rührte und der Vater das Haupt noch tiefer in die Decken barg, um einen wilden Schrei zu unterdrücken, ſo riß ſich das Kind ungeſtüm von der Wärterin los, ſtürzte auf das Bett zu, küßte die eiſig kalten, unbeweglichen Lippen, ſtreichelte die rabenſchwarzen, glänzenden Haare und rief die Mutter mit den zärtlichſten Namen. Das Herz des Kindes brach faſt unter der Wucht des Schmerzes, welchem man es unbedacht ausgeſetzt hatte. Da erhob ſich Edward leiſe, nahm die Kleine ſanft in die